Monatsarchiv: Februar 2011

zu gut

Die Gedanken rasen. Was, wenn die letzten 24 Stunden etwas zu gut waren? Betäubt und glücklich, aber wie immer zweifle ich. Fuck it!

Gestern so gegen halb zehn los, Brombeere abholen. Nach zwölf sind wir wieder im Wohnheim, happy, sie ist zum ersten mal hier. Dann wieder zweifeln, ob alles passt: Ob unsere Männer-Zweck-WG nicht viel zu grintig ist. Ob ich zu aufdringlich bin, zu geil, zu grob im Bett. Ob sie meine Leute hier leiden kann. Ob sie findet, das mein Leben zu abgefuckt ist, zu dependant.

Aber alles passt. Alles in Ordnung, alles wunderschön. Und ich kann es einfach nicht fassen. Bin ich so ein pessimistischer Vollidiot, dass ich glaube, das Leben hielte nichts Gutes bereit, keine großen Momente? Ich bin auf jeden Fall arrogant genug, mich zu fragen, ob das hier auch einer von diesen Momenten ist, diesen großen. Scheiße, Mann! Es fühlt sich gut an, das ist was zählt. Verdammt gut. Nimm was du kriegen kannst, und behalte jeden Moment.

Und so sitze ich hier, zweifelnd an meinem offensichtlichen Glück.Vollidiot! Stoned, ein paar Drinks, und eine wunderschöne Frau neben mir im Bett, die ich liebe. Da kann ich auf den Bass verzichten.

Und ich lächele und ich lächele und ich lächele.

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Zuhause

Ich bin immer wieder unschlüssig, wie sich so viele Menschen so gut mit dem falschen Ganzen arrangieren können? Und ist das tatsächlich noch unsinniger als von Revolution zu sprechen? Eins ist jedoch klar: Geld ist einfach kotze, zumindest wenn man nicht damit umgehen hat, chronisch zu wenig hat und auf Rausch steht. Unfassbar, der selbe Stress, die Miete zu bezahlen wie letztes Monat, aber weniger davon.

Uni passt, aber es gibt gerade Ärger wegen Anwesenheit. Nicht nur für mich, für fast alle. Ganz aufgefüllt vor Vorfreude, weil Brombeere kommt am Wochenende. Einfach mal wieder mit ihr feiern, vögeln, Nähe. Zu Hause sein. Das hat bei mir nichts mit einem Ort zu tun. Die Uhr hatte zwölf Zeiger, aber keine Zahlen. Ist Zuhause nicht bei der Familie, den Leuten, die man am längsten kennt, die einzigen Menschen, die man mögen, lieben muss, obwohl es die Einzigen sind, die man sich nicht aussuchen kann? Ich habe noch nie “ich liebe dich” zu irgend einem Angehörigen meiner Familie gesagt. Sie auch nicht zu mir. Vielleicht liegt es daran, das Zuhause heißt: Bei dir.

Ich muss mir wohl einen Job suchen. Ich habe aber echt keinen Bock, mich für £4,80 beim McDonalds hinter die Theke zu stellen. Aber darauf wird es wohl rauslaufen.

Ich bin immer noch nicht sicher, ob es mir hier wirklich gefällt. Die Leute sind zwar nett und alles, aber ich kann nicht aufhören, alles mit Zuhause zu vergleichen, nicht Zuhause, back home. Bin ich derart engstirnig, derart xenophob? Aber ich kann einfach nicht aufhören. Ich vermisse aber auch einiges, Leberkäse, Weedpreise, deutsch sprechen,  meine Atzen aus K., Brombeere. Aber ich muss mich wohl damit arrangieren, das das grade nicht drinnen ist. Ich vermisse back home. Aber Zuhause kommt ja morgen. Wundervoll.

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Ich ficke dein Pony¹

Geiler Sound am Start. Irre witzig. Und war sehr produktiv die letzten Tage. Nüchtern, ohne dass es unangenehm währe. Am Freitag hab ich notiert:

“Schon mal wütend gewesen, weil sie den scheiß Club zugemacht haben? Passiert hier jedes mal beim weggehen.

But shake that ass on the floor. Sehr gut heute Nacht, soweit. Erstmal saufen, kotzen, weitersaufen, Sainsbury’s Basic Cider. Diskussion, über wohin wir weggehen, mirakulös, ich setzte mich durch. Freitags kostet alles zu viel. Also diesen neuen Club testen. Big Al bekommt kostenloses MDMA von ominösen Fremden. Glück gehabt, sowas kann auch schief gehen. Sitzt gerade auf dem Sessel und streichelt sich selbst, wahnsinn.

Aber im Sound verloren. Bum-Bum-Bum. Sehr Geil. Sonnenbrille auf und raus den Hass, einfach ausrasten mit Sonnenbrille. Ich will keine Gesichter sehen, ich tanz alleine in einer Menschenmenge. Blitz-Blitz. Düster ist es einfach besser.

“Loose yourself

In the music, the moment,

You better never let it go.” ²

Das ist möglich, sogar nüchtern.“ ³

Am Wochenende gechillt, ein paar Dokumentationen aller Couleur angesehen. Eine über Hirnforschung, Psychiatrie und Drogen, eine über die politische Lage in Afghanistan, und eine obskure Serie mit dem Titel “The Joy of Teen Sex“, die im Endeffekt ein durchgestylt wirkendes Dr. Sommer-Team, deren Ratschläge jedoch immer sehr korrekt und vernünftig sind. Musik machen mit Al, Ewan und manchmal Scott. Spaßig,  heute Mathetest geschrieben und gestern mal wieder Weed gekauft. Sehr teuer, aber auch sehr gut. Brombeere kommt am Freitag. Danke, alles passt soweit.

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¹ Frittenbude – Elektrofikke (Schlachthofbronx Remix)

² Eminem – Loose Yourself

³ (Nachtrag: Auch wenn ich’s zu dem Zeitpunkt nicht war.)

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ein Wochenende

“Es ist der Kreislauf des Lebens,

Aufstehen, Schlafen gehn,

Trinken und kotzen, die Nachrichten sehn,

um sich wieder bessern zu fühlen,

dann wieder trinken und kotzen,

Gestern vergessen und auf Morgen hoffen.” ¹

Merkwürdige Gedanken, die ganze Zeit, und asoziales Kiffer Verhalten macht das nicht besser. Habe die letzten zwei Tage in indifferent-glücklichem Dämmerzustand in meinem Zimmer verbracht und mich in künstliche Realitäten verliebt, fernsehen, “Skins”. Mich gefragt, ob es sowas wie ein Schicksal dieser Generation gibt, etwas, auf das ich und all die anderen Opfer ihrer eigenen Köpfe zusteuern. Einen fetzten Trip geschoben, den ich mir nach wie vor nicht ordentlich erklären kann. Das waren die letzten 72 Stunden.

Freitag war witzig. Bisschen gesoffen, Gin Bitterlemon, und natürlich gepeitzt. Dann alle weg, Arschclub, nö, da bin ich nicht am Start. Churchill und Maggie immer noch mit ihrem mittlerweile fast vier Wochen andauerndem Vor-Vorspiel beschäftigt, heißt weggehen. Asif und Kathy, wie immer rotze voll, schon beim Haus verlassen. Also alternativer Plan, mit Al einfach ein paar kleine Tüten vordrehen und einen nächtlichen Spaziergang unternehmen. Wenn wir unterwegs über Chemie stolpern, um so besser. Unterwegs in einen Sturm, sehr eindrucksvoll, erstmal zu diesem obskuren Park auf dem Campus einer anderen Uni, im Osten. Einen Fuchs gesehen, dann arbeiten wir uns durch die schniekeren Bezirke südlich zum Fluss vor, auf der Fußgängerbrücke einen rauchen. Am Fluss entlang, ganz schön lang, Richtung Westen. Durch das Westend wieder zurück, vorbei an dem Hostel, in dem ich gepennt hab als ich das erste mal hier war, vor genau einem Jahr. Merkwürdig, wie die Zeit vergeht, ohne Erinnerungen zu hinterlassen.

Sonntag abends liege ich im Bett, völlig trippy, weiß nicht warum, habe eigentlich nur gekifft und ferngesehen, und drehe völlig ab. Erst malVerspulung, zu den obskursten Bildern und Metamorphosen, dann völliger Horror, hab ich aber bald wieder unter Kontrolle. Dumm nur, das geht mir nicht mehr aus dem Kopf: Ich habe über Mädels nachgedacht, in die ich mal verknallt war, und das verstörende ist, das ich mir keine mehr im ganzen vorstellen kann, vor allem nicht Johanna. Ist mir einfach unklar, wie so ein engelsgleiches Bild, das immer in meinem Kopf war, immer, seit ich 15 bin, so völlig unbemerkt verblassen kann. Ich weiß, das sie damals hübsch war, ihre Augen haben mich völlig fertig gemacht, eisig blau. Nein, sie hat mich völlig fertig gemacht, aber damals habe ich nie so verzweifelt wie heute. Ich wollte dieses Mädchen, weil ich sie mochte und sie wunderschön und freundlich war, und sie mochte mich auch glaube ich, hat es aber einfach nicht geschafft, das irgendwie auszuleben oder damit umzugehen, glaube ich. Wurde nichts. Die Löcher in meinem Hirn werden immer größer.

Was passiert mit all den Leuten, die wie ich die Welt in anderen Farben gesehen haben, und seitdem nicht mehr auf den “nüchtern”-Zustand klar kommen? Die von diesen beschissenen goldenen Apfel gekostet haben, und seitdem von dieser vermeintlichen Erkenntnis aufgefressen werden: Du bist nackt und alleine, ein verächtliches Wesen. Was soll auf lange Sicht mit denen geschehen? Es werden immer mehr, ich verstehe das. Da fällt mir was ein. Das habe ich, seit ich es zum ersten mal gehört habe vor acht Jahren, versucht es zu beherzigen:

“Der Sinn des Lebens ist, deinem Leben einen Sinn zu geben” ²

Es scheitert, noch, maßlos.

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¹ Audio88, Yassin und Hiob – Nichs

² Kool Savas – Der beste Tag meines Lebens (furchtbar ätzender Song, übrigens, aber diese Zeile ist irgendwie eines der wenigen Ideale die ichhabe.)

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mittags

Irgendwie weiß ich nicht wo ich stehe. Vormittags lesen, über politisches Weltgeschehen, Tunesien, Netpolitics und Daten-Streetart. Nachmittags Sehnsucht nach Rausch. Dabei ist es gerade erst halb eins. Sollte auf jeden Fall was aufstellen später. Das mit dem aufhören hat nicht geklappt, wie sollte es auch. Kiffen ist zu sehr Bestandteil meines Lebens geworden, eigentlich kaum wegzudenken. Aber ich hab’s ein bisschen runtergefahren. Nur zwei Abende kiffen von sechs, das ist for sure ein Fortschritt, fühle mich wieder klarer. Ein mal sogar nur einen Joint geraucht, ach ja, das war der Extasy-Abturz. Allerdings: Das Gefühl der warmen, freundlichen Leere ist absent, ich fühle mich alleine, unkreativ, stumpf.

Schwanke wie immer zwischen Lebenslust und Depression, circa alle drei Stunden. Schreibe ich mich da hinein, oder versuche ich mich da hinaus zu schreiben. Wer weiß, ich nicht.

Dennoch: Ich habe das Bedürfnis die Welt zu verbessern, aber die Erkenntnis, wohl niemals Teil einer Revolution zu sein, schmerzt. Der Westen ist politisch und ökonomisch sowas von Tod, für uns gibt es die nächsten Jahre vermutlich nur eine Richtung, abwärts. Mehr Stacheldraht, weniger Rente, mehr Facebook-Status-Updates, weniger Kritik. Ich bin da zwar nicht sicher, aber sich jetzt schon mal drauf Einstellen ist glaub ich gut, dann kann es nur besser werden, oder Atomkrieg.

Wenn es nüchtern ist, muss mein Hirn kotzen.

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Eingeordnet unter gedanken, kater und entzug, so gut wie nüchtern