Monatsarchiv: April 2011

verliebt

Schon komisch. Hab die letzten Tage, erfreulicherweise, mit Bier in der Sonne verbracht. Da ist es schon komisch, wenn man mit seinen Kumpels abhängt, und man sich doch irgendwie alleine fühlt, weil alle zu zweit sind. Heut hab ich endlich mal Rapiers Freundin Judith kennen gelernt. Nettes Mädel. Aber das lässt mich nur noch mehr realisieren, das die Frau meiner Träume scheiße weit weg wohnt. Dumm gelaufen. Gehe jetzt weg, mit der Hoffnung auf einen Aufriss. Klappt aber eh nicht, glaub ich.

Klappt auch nicht, jetzt bin ich wieder zuhause  und kann das sagen. Ich vermute, dass auch andere so dermaßen verliebt waren, das es garnicht mehr hilft.

Auf dem Heimweg finde ich einen Hauseingang, da sitze ich und heule, wie schon lange nicht mehr. Hilflos. Völlig. Diese ganze happy couple Atmosphäre, die latente Sexualität und meine Unfähigkeit, an diesem doch relativ zwanglosen studentischen Paarungsritual teilzunehmen, macht mich nur noch fertig. Scheiß die Wand an, aber wenigstens weiß Dusty Springfield wie ich mich fühle. If you go away on a summerday, you might as well take the sun away. Eins macht mich allerdings glücklicher als alles andere, auch wenn ich immer immer noch  weine, als ich dies schreibe: Das steht auch für dich nicht zur Debatte. Die Worte, mit denen ich dich um halb fünf deiner Zeit, völlig aufgelöst, aus dem Bett geholt habe, haben noch nie so viel bedeutet wie in diesem Augenblick. Ich liebe dich.

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Untitled

Ich liebe den Frühling. Die warme Nachmittagssonne auf meiner Haut, Trentemöller in den Ohren und ein hübscher Arsch in kurzen Hosen vor mir. Als sich nach ein, zwei Minuten unser Wege wieder trennen, frage ich mich ernsthaft, ob ich nicht weiter hinterher soll, einfach weil ich sie gerne gehen sehe. “Creep”, denke ich über mich selbst. Aber was solls.

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Abschied

Der Bus zum Flughafen ist ziemlich voll, mein Kopf fühlt sich leer an: Wie der leicht getrübte Himmel, ein still stehendes Windkraftwerk in der nüchternen Klarheit des Morgens. Ich habe Brombeere gerade stehen lassen, an der Omnibushaltestelle Erdberg. Muss wieder zurück, das hilft alles nichts.

Die letzte Woche war viel zu wundervoll, als das ich überhaupt an schreiben gedacht hätte. Zu viel von dieser immer wieder erstaunlichen Nähe, dieser einzigen Umarmung. Erst jetzt, als ich nach zehn Tagen wieder auf dem Heimweg bin, gerade erst langsam zu realisieren, dass ich den mir liebsten Menschen erst in zwei Monaten wiedersehe; die Erkenntnis steigt wie tintenschwarzes Wasser langsam in mir auf, sie ist weder kalt noch warm, die Hand streckt sich aus, etwas krampfig, tastet, findet: Greift zum Stift.

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Afterhour

Im Gegenlicht sieht Fela noch besser viel besser aus als sonst. Sie lächelt, sagt nichts und geht vorbei. Nichts als rotblonde Locken und Frühlingssonne. Manche Menschen werden immer ein Geheimnis bleiben.

Ich denke an dich. Noch einmal schlafen.

Dienstag hat mir irgendwie krass den Kopf zerhauen. Das ganze hat eher langsam angefangen, aber wenn man mit Rapier unterwegs ist, hängt konstant der Geruch von toten Hirnzellen in der Luft, wie brennender Gummi. Ein Liter Schnaps für uns beide und Maggie, das ist schnell gesoffen und alle ganz gut dicht. Dann Richtung Sub, das Mädel vom Nasenbruch ist auch wieder da. Echt absurd, dass ich sie fast jedes Mal beim feiern treffe. Sind dann nach einem echt geilen Set von SKisM mit Maggie’s Cousin und noch einem Typen in ein Taxi gestiegen und zu irgend einer Afterhour sonstwo gefahren.

War ein ganz schönes Drogenloch dort, locker zwei, drei Gramm Ketamin auf dem Küchentisch, und auf die Frage, ob irgendjemand Teile hat, gibt’s die trockene Antwort “Ich, so ungefähr 200. Wie viele willst du?”. Also 8 Stück für £20 , echt billig, für Maggie, Rapier und mich.

Der Rest des Abends ist nichts als euphorisches Nichts, gefangen sein im eigenen Körper, und amüsiert, nein, hoch erfreut darüber, während der Teil meines Hirns, der für Logik und Zahlen zuständig ist, um sich selbst rotiert, im Leerlauf, mit durchgetretenem Gaspedal. Irgendwie schaffen wir es heim, den ganzen Tag knülle, kiffen noch gut ein, um irgendwie runter zu kommen. Übel.

Ziemlich surreal, das ich hier sitze und schreibe, nach einer weiteren durchgemachten Nacht, diesmal nur Alk und Gras, am Flughafen, mit einem Pint, um fünf Uhr morgens. Ein Gefühl im Bauch, das besser ist als alles an das ich mich vom letzten Exzess noch erinnere:

Es ist Vorfreude.

 

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Cosinus

Ich glaube, das beste an der aufgemotzten, verlängerten Jugend, das ich gerade erlebe, ist das es so schnell hoch und wieder runter geht. Ohne downs keine ups, so einfach ist das. Und undefinierte Langeweile ist sicher schlimmer als die planlose, egozentrische Wut, die mich von Zeit zu Zeit überkommt. Die Wut darüber, das die Welt nicht so eingerichtet ist wie ich das gerne hätte, und es auch nie sein wird. “Let the good times roll, fuck the bad times.”, hat Rapier gestern gesagt. “We’ve got good times to look forward to, and I don’t give a fuck about anything else.” Einer der beeindruckendsten Menschen, die ich jemals das Glück haben durfte, kennen zu lernen.

War gestern so eine Nacht, wo es hochgeht, dann runter, und dann ganz hoch. Und ich verachte “Achterbahn”-Metaphern. Gestern erst getrunken, mit Al, Rapier, Alise und der Lettland-Posse, recht lustig alles. Lerne da noch ein echt nettes Mädel kennen, und nicht im Sinne von hübsch oder heiß, sondern einfach eine nette Person, gutes Gespräch. Gleich auf Facebook angefreundet, modern times. Dann irgendwie durch die Stadt eiern, kommen nirgends rein, kein Wunder, Rapier ist rotzevoll und hat keinerlei Ausweis dabei. Wir schlagen schließlich im Flat0/1 auf. Viel zu teuer am Freitag, ich bin recht angenervt und gehe alleine und früher Heim. Rufe Brombeere an, wir sind beide irgendwie angepisst von unsren Freunden aus der neuen Heimat, ich rede mich mal wieder in Rage und kotzte mich bei Brombeere aus. Sorry. Aber es hilft. Danach, skeptisch, die zwei Affen Al und Rapier wieder auflesen. Gras kaufen. Mein griechischer Mitbewohner Costa ist irgendwie auch am Start. Wir führen ernste Gespräche, alles ganz schön emotional, aber auf eine gute Art. Und später lachen wir wieder. Alles fett. Alles lustig. Endlich wieder oben. Ganz oben.

Die Essenz aus gestern Abend ist ein Vorsatz für die Zukunft: “Do what I love, and do it good.”* Und bald bei dir, da klappt das eh am besten.

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* Auf englisch gedacht, und irgendwie keine schöne Übersetzung im Kopf. Jede korrekte deutsche Formulierung erscheint mir zu kompliziert für die Einfachheit dieses Gedanken.

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