Archiv der Kategorie: marijuhana

Reiseerinnerung

Ich kann das Torffeuer riechen, als stünde ich an dem Ort, an den ich gerade denke, kann den Hund bellen hören, vor dem du dich immer so gefürchtet hast. Kann unser absurdes Zimmer in diesem absurden Hostel vor meinen Augen sehen, deinen klatschnassen Körper, wie meinen ebenso klatschnassen Körper umarmt, deinen Kuss auf meinen Lippen…

Und ich kann die Musiker im Pub spielen hören, die leicht verstimmten Geigen improvisieren, den hinkenden Alten singen, paddy’s green shamrock shore. Ich denke an dich, und an den friedlichsten Ort, den ich je gefunden habe, in den ich mich verliebt habe, wie in dich, eigentlich auf den ersten näheren Blick, not at first sight, but almost. Und ich denke ans nacktbaden an diesem einsamen Strand auf South Uist, weißer Sand und türkisblaues Wasser, zu ficken in der eiskalten Nordsee.

Unfassbar, wie die Zeit vergeht: Fast vier Jahre du und ich, wir beide. Unfassbar, wie sich Dinge verändern, Rahmenbedingungen, Wohnorte, Lebensweisen, aber das zwischen uns das bleibt. Du bist weit weg, das macht mich manchmal traurig, manchmal wütend, hilflos. Du an meiner Seite, das währe schöner.

Und ich erinnere mich an die alte Frau, ebenda, in diesem wunderschönen Dorf in Donegal, die sagte: “Everybody needs something to dream of.”

Wie wahr.

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engaged (nicht ich)

Ich raste aus. Eingeladen auf die Hochzeit von einem Kumpel. Ich bin nicht sicher was das bedeutet. Ich bin auf auf absurde Weise stumpf, aber ich nehme alles in mich auf. Der Kopf dreht sich, aber nur soweit ich will, dass er sich dreht. Fünf Minuten, drei Stunden, i am well exited about the wedding. Ich weiß nicht genau warum. Mir ist das ganze überholte Eigentums-Zuschreibungs-Ritual völlig unklar, und ich bin auch nicht sicher, ob diese Ehe eine gute Idee ist, aber ich finde die Idee schön, zu feiern, dass zwei Menschen sich lieben. just for now.

Glückwunsch, Asif und Kathy.

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business as usual

Ein majestätischer Anblick, wie eintausend Plastiktüten vom Wind aufgewirbelt werden, wie sie kurzzeitig eine Wolke bilden, hoch über den Köpfen der Polizisten, über der bereits geräumten Rasenfläche schwebt, und als der Wind stagniert bricht sie wieder zusammen. Ein majestäticher Augenblick, der das Ende des Tages irgendwie weniger bedrückend macht.

“Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten” singt Rio Reiser, und ich frage mich ernstlich, wer auf diesen Müll gekommen ist. Wie seit jeher irgendwelche Spinner das bevorstehen der Weltrevolution, das Ende des Kapitalismus vorhersagen, wenn er so gut wie immer im Sattel sitzt. Ach ja, der Spruch ist von Mao, no offence folks, aber ich kann nur sagen Arschloch.

Kränklich zuhause, da sitze ich und kritzele diese halb intellektuellen Entgleisungen in den Block. Brauche ein bisschen Ruhe, Zeit für mich. Ich glaube, ich muss gleichgültiger werden. Eine Plastiktüte.

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Afterhour

Im Gegenlicht sieht Fela noch besser viel besser aus als sonst. Sie lächelt, sagt nichts und geht vorbei. Nichts als rotblonde Locken und Frühlingssonne. Manche Menschen werden immer ein Geheimnis bleiben.

Ich denke an dich. Noch einmal schlafen.

Dienstag hat mir irgendwie krass den Kopf zerhauen. Das ganze hat eher langsam angefangen, aber wenn man mit Rapier unterwegs ist, hängt konstant der Geruch von toten Hirnzellen in der Luft, wie brennender Gummi. Ein Liter Schnaps für uns beide und Maggie, das ist schnell gesoffen und alle ganz gut dicht. Dann Richtung Sub, das Mädel vom Nasenbruch ist auch wieder da. Echt absurd, dass ich sie fast jedes Mal beim feiern treffe. Sind dann nach einem echt geilen Set von SKisM mit Maggie’s Cousin und noch einem Typen in ein Taxi gestiegen und zu irgend einer Afterhour sonstwo gefahren.

War ein ganz schönes Drogenloch dort, locker zwei, drei Gramm Ketamin auf dem Küchentisch, und auf die Frage, ob irgendjemand Teile hat, gibt’s die trockene Antwort “Ich, so ungefähr 200. Wie viele willst du?”. Also 8 Stück für £20 , echt billig, für Maggie, Rapier und mich.

Der Rest des Abends ist nichts als euphorisches Nichts, gefangen sein im eigenen Körper, und amüsiert, nein, hoch erfreut darüber, während der Teil meines Hirns, der für Logik und Zahlen zuständig ist, um sich selbst rotiert, im Leerlauf, mit durchgetretenem Gaspedal. Irgendwie schaffen wir es heim, den ganzen Tag knülle, kiffen noch gut ein, um irgendwie runter zu kommen. Übel.

Ziemlich surreal, das ich hier sitze und schreibe, nach einer weiteren durchgemachten Nacht, diesmal nur Alk und Gras, am Flughafen, mit einem Pint, um fünf Uhr morgens. Ein Gefühl im Bauch, das besser ist als alles an das ich mich vom letzten Exzess noch erinnere:

Es ist Vorfreude.

 

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Cosinus

Ich glaube, das beste an der aufgemotzten, verlängerten Jugend, das ich gerade erlebe, ist das es so schnell hoch und wieder runter geht. Ohne downs keine ups, so einfach ist das. Und undefinierte Langeweile ist sicher schlimmer als die planlose, egozentrische Wut, die mich von Zeit zu Zeit überkommt. Die Wut darüber, das die Welt nicht so eingerichtet ist wie ich das gerne hätte, und es auch nie sein wird. “Let the good times roll, fuck the bad times.”, hat Rapier gestern gesagt. “We’ve got good times to look forward to, and I don’t give a fuck about anything else.” Einer der beeindruckendsten Menschen, die ich jemals das Glück haben durfte, kennen zu lernen.

War gestern so eine Nacht, wo es hochgeht, dann runter, und dann ganz hoch. Und ich verachte “Achterbahn”-Metaphern. Gestern erst getrunken, mit Al, Rapier, Alise und der Lettland-Posse, recht lustig alles. Lerne da noch ein echt nettes Mädel kennen, und nicht im Sinne von hübsch oder heiß, sondern einfach eine nette Person, gutes Gespräch. Gleich auf Facebook angefreundet, modern times. Dann irgendwie durch die Stadt eiern, kommen nirgends rein, kein Wunder, Rapier ist rotzevoll und hat keinerlei Ausweis dabei. Wir schlagen schließlich im Flat0/1 auf. Viel zu teuer am Freitag, ich bin recht angenervt und gehe alleine und früher Heim. Rufe Brombeere an, wir sind beide irgendwie angepisst von unsren Freunden aus der neuen Heimat, ich rede mich mal wieder in Rage und kotzte mich bei Brombeere aus. Sorry. Aber es hilft. Danach, skeptisch, die zwei Affen Al und Rapier wieder auflesen. Gras kaufen. Mein griechischer Mitbewohner Costa ist irgendwie auch am Start. Wir führen ernste Gespräche, alles ganz schön emotional, aber auf eine gute Art. Und später lachen wir wieder. Alles fett. Alles lustig. Endlich wieder oben. Ganz oben.

Die Essenz aus gestern Abend ist ein Vorsatz für die Zukunft: “Do what I love, and do it good.”* Und bald bei dir, da klappt das eh am besten.

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* Auf englisch gedacht, und irgendwie keine schöne Übersetzung im Kopf. Jede korrekte deutsche Formulierung erscheint mir zu kompliziert für die Einfachheit dieses Gedanken.

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Untitled

Mein Leben langweilt grade extremst. Und obwohl ich Minimal immer gehasst habe, wird es grade irgendwie mein Soundtrack zu Trübsal blasen. Boring music for boring times, vermute ich.  Zu viel Mist für die Uni zu erledigen, um es locker zu nehmen, und zu phlegmatisch, um einfach durchzupowern. Und das die Note völlig irrelevant ist, solange ich bestehe (was sicher ist), ist nicht gerade motivierend. Wie langweilig mein Leben ist, unterstreicht aber vermutlich dieser Fakt: Ich habe angefangen DotA¹ zu spielen.

Gestern rausgefunden, das Chemie nicht immer  “Gudde Launää” bedeutet, vor allem wenn man sau bekifft und unausgeschlafen ist. Nicht gerade feinster Laune gewesen, eine Line angeboten bekommen, drei draus gemacht, weil sie mir viel zu dick war, gezogen. Dann hat es mich kurz und heftig zerhauen, düsterstes Zeug in meinem Hirn, seltsame Schmerzen in meinen Gesichtsmuskeln und sehr unangenehme Frequenzen in meinen Ohren. Nach fünf, zehn Minuten wars wieder vorbei. Set und setting, und so, das sagt einem ja jeder. Aber ich musste es wohl selber rausfinden. Wie jeder andere, der prinzipiell mal alles interessant findet, was berauscht, vermutlich auch. Dann habe ich meinen Anteil des Pulvers gegen ein bisschen Gras eingetauscht, Simpsons, Joint, Bett.

Ich wünschte, alles währe erledigt, heute der 9.April und ich in ein paar Stunden in deinem Arm. Aber ich werde das überstehen. Langeweile ist nicht tödlich.

Sie ist nur langweilig.

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¹ DotA ist ein Mod für Warcraft 3 und eines der beliebtesten und nerdigsten Online-Spiele momentan.

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gutes E

Gestern hatte ich schlechte Laune. Dann hat mir Maggie £15 geliehen. Dann haben Rapier, Al und ich jeweils diesen Betrag in ein E investiert, und gedacht: “Das kann eigentlich nur Abzocke sein.”

Später kratze ich mit Rapier das restliche Kleingeld zusammen, es reicht für drei Flaschen Basics. Also vorglühen, Maggie, Asif und Kathy sind auch am Start. Dann Richtung Kushion, ist zu, Flat 0/1, ist guestlist only, aber ein Mädel in einem Papageienkostüm verteilt free passes fürs O’Cuture. Das ist alles was uns interessiert, ich bin eh pleite, abgesehen von dem kleinen rosa Brocken in meiner Tasche.

Also rein da, irgendwie Beachparty, Drink, Kippe, Drink (Danke, Maggie!), dann meinen rosa Diamanten¹ einbauen, in die Ledercouch chillen, warten. Rapier hat es schon gefickt, bei mir setzt es gerade langsam ein, als Al anruft, er kommt nicht rein. Also raus, auf die Fußgängerzone, zu den Lichtern. Feuerwerk! Und wir tanzen zu dem Straßenmusiker, er spielt “stir it up”, der absolute Hammer.

Dann zurück zum Wohnheim, draußen im Gras liegen, alleine, feinsten Goa im Kopfhöhrer und die ganze Schönheit dieser Nacht aufsaugen. Die Lichter ansehen mit den Augen eines Verliebten. Durch die Grashalme streichen, als währe es deine Haut. Viel zu verschnitzelt um alleine zu sein.

Dann kommen die Anderen vorbei, die waren noch Gras und mehr Pillen holen, wir gehen zu Al. Eine für Maggie und Asif, eine zerbröseln, ich streiche fünf Lines auf. Huuiii…

Nachlegen ist immer gut. Mit den netten Leuten hier vergeht die Zeit wie im Flug, um fünf ist der göttliche Glanz in den Dingen wieder verschwunden, aber immer noch fetzen gut drauf. Wir rauchen das Gras, um sieben gehe ich ins Bett. Nach ein paar Stunden drifte ich von einem Dämmerzustand schlussendlich zu echtem Schlaf über.

Nachmittags wache ich auf, immer noch irgendwie buzzing, kleiner Restespliff, dann raus in die Sonne. Kein Comedown bis jetzt.

War keine Abzocke.

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¹ http://www.pillreports.com/index.php?page=display_pill&id=25419

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