Abschied

Der Bus zum Flughafen ist ziemlich voll, mein Kopf fühlt sich leer an: Wie der leicht getrübte Himmel, ein still stehendes Windkraftwerk in der nüchternen Klarheit des Morgens. Ich habe Brombeere gerade stehen lassen, an der Omnibushaltestelle Erdberg. Muss wieder zurück, das hilft alles nichts.

Die letzte Woche war viel zu wundervoll, als das ich überhaupt an schreiben gedacht hätte. Zu viel von dieser immer wieder erstaunlichen Nähe, dieser einzigen Umarmung. Erst jetzt, als ich nach zehn Tagen wieder auf dem Heimweg bin, gerade erst langsam zu realisieren, dass ich den mir liebsten Menschen erst in zwei Monaten wiedersehe; die Erkenntnis steigt wie tintenschwarzes Wasser langsam in mir auf, sie ist weder kalt noch warm, die Hand streckt sich aus, etwas krampfig, tastet, findet: Greift zum Stift.

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Afterhour

Im Gegenlicht sieht Fela noch besser viel besser aus als sonst. Sie lächelt, sagt nichts und geht vorbei. Nichts als rotblonde Locken und Frühlingssonne. Manche Menschen werden immer ein Geheimnis bleiben.

Ich denke an dich. Noch einmal schlafen.

Dienstag hat mir irgendwie krass den Kopf zerhauen. Das ganze hat eher langsam angefangen, aber wenn man mit Rapier unterwegs ist, hängt konstant der Geruch von toten Hirnzellen in der Luft, wie brennender Gummi. Ein Liter Schnaps für uns beide und Maggie, das ist schnell gesoffen und alle ganz gut dicht. Dann Richtung Sub, das Mädel vom Nasenbruch ist auch wieder da. Echt absurd, dass ich sie fast jedes Mal beim feiern treffe. Sind dann nach einem echt geilen Set von SKisM mit Maggie’s Cousin und noch einem Typen in ein Taxi gestiegen und zu irgend einer Afterhour sonstwo gefahren.

War ein ganz schönes Drogenloch dort, locker zwei, drei Gramm Ketamin auf dem Küchentisch, und auf die Frage, ob irgendjemand Teile hat, gibt’s die trockene Antwort “Ich, so ungefähr 200. Wie viele willst du?”. Also 8 Stück für £20 , echt billig, für Maggie, Rapier und mich.

Der Rest des Abends ist nichts als euphorisches Nichts, gefangen sein im eigenen Körper, und amüsiert, nein, hoch erfreut darüber, während der Teil meines Hirns, der für Logik und Zahlen zuständig ist, um sich selbst rotiert, im Leerlauf, mit durchgetretenem Gaspedal. Irgendwie schaffen wir es heim, den ganzen Tag knülle, kiffen noch gut ein, um irgendwie runter zu kommen. Übel.

Ziemlich surreal, das ich hier sitze und schreibe, nach einer weiteren durchgemachten Nacht, diesmal nur Alk und Gras, am Flughafen, mit einem Pint, um fünf Uhr morgens. Ein Gefühl im Bauch, das besser ist als alles an das ich mich vom letzten Exzess noch erinnere:

Es ist Vorfreude.

 

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Cosinus

Ich glaube, das beste an der aufgemotzten, verlängerten Jugend, das ich gerade erlebe, ist das es so schnell hoch und wieder runter geht. Ohne downs keine ups, so einfach ist das. Und undefinierte Langeweile ist sicher schlimmer als die planlose, egozentrische Wut, die mich von Zeit zu Zeit überkommt. Die Wut darüber, das die Welt nicht so eingerichtet ist wie ich das gerne hätte, und es auch nie sein wird. “Let the good times roll, fuck the bad times.”, hat Rapier gestern gesagt. “We’ve got good times to look forward to, and I don’t give a fuck about anything else.” Einer der beeindruckendsten Menschen, die ich jemals das Glück haben durfte, kennen zu lernen.

War gestern so eine Nacht, wo es hochgeht, dann runter, und dann ganz hoch. Und ich verachte “Achterbahn”-Metaphern. Gestern erst getrunken, mit Al, Rapier, Alise und der Lettland-Posse, recht lustig alles. Lerne da noch ein echt nettes Mädel kennen, und nicht im Sinne von hübsch oder heiß, sondern einfach eine nette Person, gutes Gespräch. Gleich auf Facebook angefreundet, modern times. Dann irgendwie durch die Stadt eiern, kommen nirgends rein, kein Wunder, Rapier ist rotzevoll und hat keinerlei Ausweis dabei. Wir schlagen schließlich im Flat0/1 auf. Viel zu teuer am Freitag, ich bin recht angenervt und gehe alleine und früher Heim. Rufe Brombeere an, wir sind beide irgendwie angepisst von unsren Freunden aus der neuen Heimat, ich rede mich mal wieder in Rage und kotzte mich bei Brombeere aus. Sorry. Aber es hilft. Danach, skeptisch, die zwei Affen Al und Rapier wieder auflesen. Gras kaufen. Mein griechischer Mitbewohner Costa ist irgendwie auch am Start. Wir führen ernste Gespräche, alles ganz schön emotional, aber auf eine gute Art. Und später lachen wir wieder. Alles fett. Alles lustig. Endlich wieder oben. Ganz oben.

Die Essenz aus gestern Abend ist ein Vorsatz für die Zukunft: “Do what I love, and do it good.”* Und bald bei dir, da klappt das eh am besten.

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* Auf englisch gedacht, und irgendwie keine schöne Übersetzung im Kopf. Jede korrekte deutsche Formulierung erscheint mir zu kompliziert für die Einfachheit dieses Gedanken.

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Untitled

Mein Leben langweilt grade extremst. Und obwohl ich Minimal immer gehasst habe, wird es grade irgendwie mein Soundtrack zu Trübsal blasen. Boring music for boring times, vermute ich.  Zu viel Mist für die Uni zu erledigen, um es locker zu nehmen, und zu phlegmatisch, um einfach durchzupowern. Und das die Note völlig irrelevant ist, solange ich bestehe (was sicher ist), ist nicht gerade motivierend. Wie langweilig mein Leben ist, unterstreicht aber vermutlich dieser Fakt: Ich habe angefangen DotA¹ zu spielen.

Gestern rausgefunden, das Chemie nicht immer  “Gudde Launää” bedeutet, vor allem wenn man sau bekifft und unausgeschlafen ist. Nicht gerade feinster Laune gewesen, eine Line angeboten bekommen, drei draus gemacht, weil sie mir viel zu dick war, gezogen. Dann hat es mich kurz und heftig zerhauen, düsterstes Zeug in meinem Hirn, seltsame Schmerzen in meinen Gesichtsmuskeln und sehr unangenehme Frequenzen in meinen Ohren. Nach fünf, zehn Minuten wars wieder vorbei. Set und setting, und so, das sagt einem ja jeder. Aber ich musste es wohl selber rausfinden. Wie jeder andere, der prinzipiell mal alles interessant findet, was berauscht, vermutlich auch. Dann habe ich meinen Anteil des Pulvers gegen ein bisschen Gras eingetauscht, Simpsons, Joint, Bett.

Ich wünschte, alles währe erledigt, heute der 9.April und ich in ein paar Stunden in deinem Arm. Aber ich werde das überstehen. Langeweile ist nicht tödlich.

Sie ist nur langweilig.

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¹ DotA ist ein Mod für Warcraft 3 und eines der beliebtesten und nerdigsten Online-Spiele momentan.

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gutes E

Gestern hatte ich schlechte Laune. Dann hat mir Maggie £15 geliehen. Dann haben Rapier, Al und ich jeweils diesen Betrag in ein E investiert, und gedacht: “Das kann eigentlich nur Abzocke sein.”

Später kratze ich mit Rapier das restliche Kleingeld zusammen, es reicht für drei Flaschen Basics. Also vorglühen, Maggie, Asif und Kathy sind auch am Start. Dann Richtung Kushion, ist zu, Flat 0/1, ist guestlist only, aber ein Mädel in einem Papageienkostüm verteilt free passes fürs O’Cuture. Das ist alles was uns interessiert, ich bin eh pleite, abgesehen von dem kleinen rosa Brocken in meiner Tasche.

Also rein da, irgendwie Beachparty, Drink, Kippe, Drink (Danke, Maggie!), dann meinen rosa Diamanten¹ einbauen, in die Ledercouch chillen, warten. Rapier hat es schon gefickt, bei mir setzt es gerade langsam ein, als Al anruft, er kommt nicht rein. Also raus, auf die Fußgängerzone, zu den Lichtern. Feuerwerk! Und wir tanzen zu dem Straßenmusiker, er spielt “stir it up”, der absolute Hammer.

Dann zurück zum Wohnheim, draußen im Gras liegen, alleine, feinsten Goa im Kopfhöhrer und die ganze Schönheit dieser Nacht aufsaugen. Die Lichter ansehen mit den Augen eines Verliebten. Durch die Grashalme streichen, als währe es deine Haut. Viel zu verschnitzelt um alleine zu sein.

Dann kommen die Anderen vorbei, die waren noch Gras und mehr Pillen holen, wir gehen zu Al. Eine für Maggie und Asif, eine zerbröseln, ich streiche fünf Lines auf. Huuiii…

Nachlegen ist immer gut. Mit den netten Leuten hier vergeht die Zeit wie im Flug, um fünf ist der göttliche Glanz in den Dingen wieder verschwunden, aber immer noch fetzen gut drauf. Wir rauchen das Gras, um sieben gehe ich ins Bett. Nach ein paar Stunden drifte ich von einem Dämmerzustand schlussendlich zu echtem Schlaf über.

Nachmittags wache ich auf, immer noch irgendwie buzzing, kleiner Restespliff, dann raus in die Sonne. Kein Comedown bis jetzt.

War keine Abzocke.

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¹ http://www.pillreports.com/index.php?page=display_pill&id=25419

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camping

Die kahlen, moosigen Bäume heben sich nur leicht vom dunkelblaugrauen Himmel ab. Ich liege auf feuchten Eichenblättern, Joint und eine Flasche Bell’s in den Händen, und höre nichts als die Vögel und das Rauschen von der Autobahn. Churchill versucht das Feuer wieder anzubekommen. Fühlt sich an wie Sommer, nur kälter und nässer. Aber Freunde, Gras, viel viel Alkohol und Zelte. Wundervoll. Doch irgendwie merkwürdig, hier im Wald zu sitzen, völlig knülle, während die ganze Welt in Rauch aufgeht.

Al, Rapier, Maggie, Churchill und ich haben Samstag so gegen sechs beschlossen, campen zu fahren. Also Weed aufstellen, schwierig. Alle regulären Dealer weg, also dodgy car-park deal. Der Typ ist völlig breit, vergisst uns erst, und bringt dann zu wenig mit. Deshalb verpassen wir den Zug, müssen den nächsten nehmen. Dann in dem Pisskaff ankommen, aus dem Al kommt, Alkohol kaufen, in den Wald, Zelte aufbauen, Joint bauen, Vernichtung.

Ab dann sind es nur noch Fetzen: Rapier macht wie immer real-life Werbung für Produkte, die ihn begeistern. What a guy. Ich gebe bekannt, das ich mich mit Birnen auskenne. Al schlägt eine Orgie vor, bei der wir alle vögeln, während Maggie in der Ecke wichst. Ich denke ich bin der einzige, der damit was anfangen kann. Alle zehn Minuten geht das Feuer aus. Und wir sitzen draußen, saufen und peizen, Bis der Morgen graut, in diesem kalten, ernüchternden dunkelblaugrau. Ich umarme einen Baum.

Und Brombeere hat heute Nacht mit einem alten Freund von uns beiden rumgemacht. Good times for her. Und ich? Ich rieche nach Lagerfeuer, bin saudreckig und sitze im Zug mit meinen lauten, betrunkenen Freunden und einem Bier. Alle kucken. Wie zuhause.

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Frühling

Der Boden ist noch kalt, aber ich liege in der Wiese, im Green, die Sonne im Gesicht, stocknüchtern. Der Fluss rauchst vorbei nach tagelangem Regen und Schnee, Richtung Atlantik. Sauglücklich. Sollte am Wochenende ans Meer fahren, oder ans Wasser.

Ich stehe auf Mädels. Das ist mir irgendwann zwischen Sonntag und jetzt gerade klar geworden. Die werden immer erste Wahl sein. Ich stehe zu sehr auf Titten, auf Nippel, auf Ärsche ohne Haare. Den Typen zu küssen war spaßig, getting off und so, aber es hinterließ keine bleibende Erinnerung. Hat mir nicht mal ansatzweise so den Kopf verrissen, wie das Mädels für gewöhnlich tun. Ich denke immer noch an die Lächlerin. Aber hier in der Sonne, “right here, right now“¹ im Kopfhörer, hätte ich am liebsten dich.

Es wird langsam kühl. Mal sehen, ob ich irgendwo draußen ein Bier bekommen kann.

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¹ Fatboy Slim – Right Here, Right Now

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