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Reiseerinnerung

Ich kann das Torffeuer riechen, als stünde ich an dem Ort, an den ich gerade denke, kann den Hund bellen hören, vor dem du dich immer so gefürchtet hast. Kann unser absurdes Zimmer in diesem absurden Hostel vor meinen Augen sehen, deinen klatschnassen Körper, wie meinen ebenso klatschnassen Körper umarmt, deinen Kuss auf meinen Lippen…

Und ich kann die Musiker im Pub spielen hören, die leicht verstimmten Geigen improvisieren, den hinkenden Alten singen, paddy’s green shamrock shore. Ich denke an dich, und an den friedlichsten Ort, den ich je gefunden habe, in den ich mich verliebt habe, wie in dich, eigentlich auf den ersten näheren Blick, not at first sight, but almost. Und ich denke ans nacktbaden an diesem einsamen Strand auf South Uist, weißer Sand und türkisblaues Wasser, zu ficken in der eiskalten Nordsee.

Unfassbar, wie die Zeit vergeht: Fast vier Jahre du und ich, wir beide. Unfassbar, wie sich Dinge verändern, Rahmenbedingungen, Wohnorte, Lebensweisen, aber das zwischen uns das bleibt. Du bist weit weg, das macht mich manchmal traurig, manchmal wütend, hilflos. Du an meiner Seite, das währe schöner.

Und ich erinnere mich an die alte Frau, ebenda, in diesem wunderschönen Dorf in Donegal, die sagte: “Everybody needs something to dream of.”

Wie wahr.

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business as usual

Ein majestätischer Anblick, wie eintausend Plastiktüten vom Wind aufgewirbelt werden, wie sie kurzzeitig eine Wolke bilden, hoch über den Köpfen der Polizisten, über der bereits geräumten Rasenfläche schwebt, und als der Wind stagniert bricht sie wieder zusammen. Ein majestäticher Augenblick, der das Ende des Tages irgendwie weniger bedrückend macht.

“Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten” singt Rio Reiser, und ich frage mich ernstlich, wer auf diesen Müll gekommen ist. Wie seit jeher irgendwelche Spinner das bevorstehen der Weltrevolution, das Ende des Kapitalismus vorhersagen, wenn er so gut wie immer im Sattel sitzt. Ach ja, der Spruch ist von Mao, no offence folks, aber ich kann nur sagen Arschloch.

Kränklich zuhause, da sitze ich und kritzele diese halb intellektuellen Entgleisungen in den Block. Brauche ein bisschen Ruhe, Zeit für mich. Ich glaube, ich muss gleichgültiger werden. Eine Plastiktüte.

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Untitled

Mein Leben langweilt grade extremst. Und obwohl ich Minimal immer gehasst habe, wird es grade irgendwie mein Soundtrack zu Trübsal blasen. Boring music for boring times, vermute ich.  Zu viel Mist für die Uni zu erledigen, um es locker zu nehmen, und zu phlegmatisch, um einfach durchzupowern. Und das die Note völlig irrelevant ist, solange ich bestehe (was sicher ist), ist nicht gerade motivierend. Wie langweilig mein Leben ist, unterstreicht aber vermutlich dieser Fakt: Ich habe angefangen DotA¹ zu spielen.

Gestern rausgefunden, das Chemie nicht immer  “Gudde Launää” bedeutet, vor allem wenn man sau bekifft und unausgeschlafen ist. Nicht gerade feinster Laune gewesen, eine Line angeboten bekommen, drei draus gemacht, weil sie mir viel zu dick war, gezogen. Dann hat es mich kurz und heftig zerhauen, düsterstes Zeug in meinem Hirn, seltsame Schmerzen in meinen Gesichtsmuskeln und sehr unangenehme Frequenzen in meinen Ohren. Nach fünf, zehn Minuten wars wieder vorbei. Set und setting, und so, das sagt einem ja jeder. Aber ich musste es wohl selber rausfinden. Wie jeder andere, der prinzipiell mal alles interessant findet, was berauscht, vermutlich auch. Dann habe ich meinen Anteil des Pulvers gegen ein bisschen Gras eingetauscht, Simpsons, Joint, Bett.

Ich wünschte, alles währe erledigt, heute der 9.April und ich in ein paar Stunden in deinem Arm. Aber ich werde das überstehen. Langeweile ist nicht tödlich.

Sie ist nur langweilig.

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¹ DotA ist ein Mod für Warcraft 3 und eines der beliebtesten und nerdigsten Online-Spiele momentan.

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Freitag

Fühle mich irgendwie indifferent unglücklich. Schon länger. Ich will heute mal wieder saufen. Chemie käme gut, oder ficken, oder irgendwas, was mich aus diesem beschissenen Trott holt: aus dem Bett quälen, Uni, heimkommen, essen, am Computer hängen, irgendwann mit Al und Rapier einen Joint anzünden. Dann rauchen, bis das Weed alle oder das Hirn Matsch ist, ins Bett, viel zu high und viel zu viel Mist in meinem Kopf, um ordentlich einzuschlafen, deshalb auch morgen wieder übernächtigt sein.

Dann einsaufen, dann Club 520, tanzen, Sonnenbrille, schöne Frauen, aber das lächeln hält nicht.  Nicht mal für den nach Hause Weg, den ich mit Al absoviere. Es ist erst zwei. Aber den besoffenen Affen kann ich echt nicht alleine nach Hause gehen lassen. Penner!

Später: Bin ich betrunken, aber, immer noch, ne, wieder, scheiße drauf. Immer noch unfähig, bei Mädels eine andere Reaktion als lächeln, mich belächeln, hervorzurufen. Scheiß Fick Arsch Kacke. Brombeere nimmt das kack Telefon nicht ab. Die ist auf irgendeiner DnB-Party, sicher besser, als alles, was dieses scheiß wir-machen-alles-um-drei-zu Land zu bieten hat. Ficker, Arsch-Fotzen! Keinen Bock weiter zu schreiben. Vielleicht kotzen, vielleicht wichsen, oder den Kopf gegen die Wand schlagen.

Scheiße. Auf jeden noch das restliche Bier trinken. Scheiß auf alles. Ich will Gras, Ficken oder Amphetamine. Alles andere ist Dreck.

 

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dramatische Musik

Kein Geld, keine Drogen, keine Freunde, kein Sex, kein Knistern, keine Schmetterlinge. Ich weiß, das geht vorbei. Das hat ausnahmsweise mal nichts mit hoffen zu tun. Aber wenn es dem  echten Leben an etwas fehlt, dann ist es die dramatische Musik.¹

Also abstumpfen, saufen, was es zu saufen gibt. Eine Flasche Basic, ist sicher nicht genug um besoffen zu werden. Gras schnorren währe auch eine Option. Getan, zwei, drei Tüten mit Al und Rapier, dann wieder zu mir, wo die Melancholie wie hässlich-zäher Nebel kniehoch im Zimmer steht.

Wenn man sich derart Zwanghaft an den Strohhalm Rausch klammert, dass man den letzten Rest pisswarmen Gin mit Wasser mischt, um ihn irgendwie runter zu würgen, ist es Zeit für Selbstreflexion.

Der Schmerz verschwindet nie ganz. Er kommt mit dem Ausnüchtern zurück, manchmal sogar noch schneller, der Schmerz von dir getrennt zu sein. Es hilft auch nichts, dass wir den Real-Life-Status unserer Beziehung zu “offen” geändert habe, obwohl ich das ja wollte, darauf gedrängt habe. Nur noch mehr Zweifel, Heimweh.

Wieso bin ich so ein Versager, verängstigt und zu tiefst fasziniert von fremden Frauen, unfähig den ersten Stritt zu machen? Gefangen in einem Netz aus Selbstzweifeln und irrealen Vorstellungen, wie Mann politisch korrekt jemanden aufreißt. Ich weiß es nicht. Aber ich will das durchziehen und ich ich brauche dich.

Und es fehlt die dramatische Musik.

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¹ Fanny van Dannen – Dramatische Musik

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Identität

Wo sind all die Spinner hin? Die Katzenladys, die auf der Straße laut Selbstgespräche führen, die Schnorrer. Druffies, die solange Geld sammeln, bis sie sich ne Schachtel Kippen und ne Flasche Schnaps leisten können, die keine andere Wahl haben als bis zum nächsten Schuss das Gespött der Fußgängerzonen des Westens zu sein. Sie sind verschwunden. Vielleicht nur ein Beigeschmack des Winters.

Die meisten Menschen sind überhaupt sehr normal. Ich finde das traurig, denn das lässt mich alleine stehen. Ich habe mich nie normal fühlen können, nicht das ich es früher nicht wollte, es ging nicht. In arroganten Momenten würde ich sagen, diese Unfähigkeit zur Anpassung hat mich vor Verdammung zur unkritischen Mittelmäßigkeit bewahrt, zur ewigen Contenance, zum Anti-Exzess. Es fühlt sich aber an wie hinter einer Glasscheibe sitzen im Zoo, und die vorbeilaufende Familie zwar in mildem Interesse stehenbleibt, aber wegen den Joint-Stummeln, den leeren Bierdosen und dem Warnschild nicht näher kommt. “Achtung, steckt sich manchmal dinge in den Arsch und genießt es!”

Was bleibt ist ein merkwürdig dumpfes Gefühl nicht dazu zu gehören. Trotzig: “Will ich auch gar nicht. Mit denen habe ich nichts gemein.”

Also weiter auf der Suche nach den Leuten aus Airens Blog, den realen Mr. Dukes, dem nächsten Andy Warhol und Jimi Hendrix. Denen, die gute Musik mögen, Liebe, Freiheit, Kunst, Drogen. Denen, die wissen, warum ich in dieser Welt nicht glücklich sein kann. Um endlich identisch zu sein, was nicht passieren wird.

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