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ein Vorbild

Ich schlage die Zeit tot und genieße es. Die deutschen Worte gehen langsam verloren, vielleicht schreibe ich demnächst mal auf Englisch.

Der Fuchs, der gegenüber in den Schuppen eingezogen ist, fasziniert mich. Er lebt ein Leben, von dem ich nur träumen kann, a urban gypsy, I suppose. In den Tag hinein, von der Hand in den Mund, heute hier, morgen dort. Ohne den Käfig der Vernunft, der mich auf Spur hält, auf dem Weg zum gesteckten Ziel: Geld verdienen, Täglich zur Arbeit gehen, vielleicht Kinder. Der Weg dahin ist nicht langweilig, es gibt genug Abzweigungen, aber hinter den glatten Ziegelmauern aus Erwartungen, die an die Straße grenzen, kann man die Wildnis sehen, wenn man hoch genug springt: Blumenwiesen, Berge, schäbige Vorstadtgassen voller Müll.

All das interessiert den Fuchs nicht, er sucht Essbares, spielt in dem Haufen ausrangierter Bürostühle, fickt, wenn es einmal im Jahr Zeit dazu ist, alles Instinkt. Aber wir, wir machen Pläne, studieren, flicken Hosen, rauchen Gras. Träumen. Lieben. Ich glaube nicht, das der Fuchst das kann. Währe ich gerne wie er?

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Untitled

Ich liebe den Frühling. Die warme Nachmittagssonne auf meiner Haut, Trentemöller in den Ohren und ein hübscher Arsch in kurzen Hosen vor mir. Als sich nach ein, zwei Minuten unser Wege wieder trennen, frage ich mich ernsthaft, ob ich nicht weiter hinterher soll, einfach weil ich sie gerne gehen sehe. “Creep”, denke ich über mich selbst. Aber was solls.

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Identität

Wo sind all die Spinner hin? Die Katzenladys, die auf der Straße laut Selbstgespräche führen, die Schnorrer. Druffies, die solange Geld sammeln, bis sie sich ne Schachtel Kippen und ne Flasche Schnaps leisten können, die keine andere Wahl haben als bis zum nächsten Schuss das Gespött der Fußgängerzonen des Westens zu sein. Sie sind verschwunden. Vielleicht nur ein Beigeschmack des Winters.

Die meisten Menschen sind überhaupt sehr normal. Ich finde das traurig, denn das lässt mich alleine stehen. Ich habe mich nie normal fühlen können, nicht das ich es früher nicht wollte, es ging nicht. In arroganten Momenten würde ich sagen, diese Unfähigkeit zur Anpassung hat mich vor Verdammung zur unkritischen Mittelmäßigkeit bewahrt, zur ewigen Contenance, zum Anti-Exzess. Es fühlt sich aber an wie hinter einer Glasscheibe sitzen im Zoo, und die vorbeilaufende Familie zwar in mildem Interesse stehenbleibt, aber wegen den Joint-Stummeln, den leeren Bierdosen und dem Warnschild nicht näher kommt. “Achtung, steckt sich manchmal dinge in den Arsch und genießt es!”

Was bleibt ist ein merkwürdig dumpfes Gefühl nicht dazu zu gehören. Trotzig: “Will ich auch gar nicht. Mit denen habe ich nichts gemein.”

Also weiter auf der Suche nach den Leuten aus Airens Blog, den realen Mr. Dukes, dem nächsten Andy Warhol und Jimi Hendrix. Denen, die gute Musik mögen, Liebe, Freiheit, Kunst, Drogen. Denen, die wissen, warum ich in dieser Welt nicht glücklich sein kann. Um endlich identisch zu sein, was nicht passieren wird.

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