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Reiseerinnerung

Ich kann das Torffeuer riechen, als stünde ich an dem Ort, an den ich gerade denke, kann den Hund bellen hören, vor dem du dich immer so gefürchtet hast. Kann unser absurdes Zimmer in diesem absurden Hostel vor meinen Augen sehen, deinen klatschnassen Körper, wie meinen ebenso klatschnassen Körper umarmt, deinen Kuss auf meinen Lippen…

Und ich kann die Musiker im Pub spielen hören, die leicht verstimmten Geigen improvisieren, den hinkenden Alten singen, paddy’s green shamrock shore. Ich denke an dich, und an den friedlichsten Ort, den ich je gefunden habe, in den ich mich verliebt habe, wie in dich, eigentlich auf den ersten näheren Blick, not at first sight, but almost. Und ich denke ans nacktbaden an diesem einsamen Strand auf South Uist, weißer Sand und türkisblaues Wasser, zu ficken in der eiskalten Nordsee.

Unfassbar, wie die Zeit vergeht: Fast vier Jahre du und ich, wir beide. Unfassbar, wie sich Dinge verändern, Rahmenbedingungen, Wohnorte, Lebensweisen, aber das zwischen uns das bleibt. Du bist weit weg, das macht mich manchmal traurig, manchmal wütend, hilflos. Du an meiner Seite, das währe schöner.

Und ich erinnere mich an die alte Frau, ebenda, in diesem wunderschönen Dorf in Donegal, die sagte: “Everybody needs something to dream of.”

Wie wahr.

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