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business as usual

Ein majestätischer Anblick, wie eintausend Plastiktüten vom Wind aufgewirbelt werden, wie sie kurzzeitig eine Wolke bilden, hoch über den Köpfen der Polizisten, über der bereits geräumten Rasenfläche schwebt, und als der Wind stagniert bricht sie wieder zusammen. Ein majestäticher Augenblick, der das Ende des Tages irgendwie weniger bedrückend macht.

“Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten” singt Rio Reiser, und ich frage mich ernstlich, wer auf diesen Müll gekommen ist. Wie seit jeher irgendwelche Spinner das bevorstehen der Weltrevolution, das Ende des Kapitalismus vorhersagen, wenn er so gut wie immer im Sattel sitzt. Ach ja, der Spruch ist von Mao, no offence folks, aber ich kann nur sagen Arschloch.

Kränklich zuhause, da sitze ich und kritzele diese halb intellektuellen Entgleisungen in den Block. Brauche ein bisschen Ruhe, Zeit für mich. Ich glaube, ich muss gleichgültiger werden. Eine Plastiktüte.

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Cosinus

Ich glaube, das beste an der aufgemotzten, verlängerten Jugend, das ich gerade erlebe, ist das es so schnell hoch und wieder runter geht. Ohne downs keine ups, so einfach ist das. Und undefinierte Langeweile ist sicher schlimmer als die planlose, egozentrische Wut, die mich von Zeit zu Zeit überkommt. Die Wut darüber, das die Welt nicht so eingerichtet ist wie ich das gerne hätte, und es auch nie sein wird. “Let the good times roll, fuck the bad times.”, hat Rapier gestern gesagt. “We’ve got good times to look forward to, and I don’t give a fuck about anything else.” Einer der beeindruckendsten Menschen, die ich jemals das Glück haben durfte, kennen zu lernen.

War gestern so eine Nacht, wo es hochgeht, dann runter, und dann ganz hoch. Und ich verachte “Achterbahn”-Metaphern. Gestern erst getrunken, mit Al, Rapier, Alise und der Lettland-Posse, recht lustig alles. Lerne da noch ein echt nettes Mädel kennen, und nicht im Sinne von hübsch oder heiß, sondern einfach eine nette Person, gutes Gespräch. Gleich auf Facebook angefreundet, modern times. Dann irgendwie durch die Stadt eiern, kommen nirgends rein, kein Wunder, Rapier ist rotzevoll und hat keinerlei Ausweis dabei. Wir schlagen schließlich im Flat0/1 auf. Viel zu teuer am Freitag, ich bin recht angenervt und gehe alleine und früher Heim. Rufe Brombeere an, wir sind beide irgendwie angepisst von unsren Freunden aus der neuen Heimat, ich rede mich mal wieder in Rage und kotzte mich bei Brombeere aus. Sorry. Aber es hilft. Danach, skeptisch, die zwei Affen Al und Rapier wieder auflesen. Gras kaufen. Mein griechischer Mitbewohner Costa ist irgendwie auch am Start. Wir führen ernste Gespräche, alles ganz schön emotional, aber auf eine gute Art. Und später lachen wir wieder. Alles fett. Alles lustig. Endlich wieder oben. Ganz oben.

Die Essenz aus gestern Abend ist ein Vorsatz für die Zukunft: “Do what I love, and do it good.”* Und bald bei dir, da klappt das eh am besten.

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* Auf englisch gedacht, und irgendwie keine schöne Übersetzung im Kopf. Jede korrekte deutsche Formulierung erscheint mir zu kompliziert für die Einfachheit dieses Gedanken.

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camping

Die kahlen, moosigen Bäume heben sich nur leicht vom dunkelblaugrauen Himmel ab. Ich liege auf feuchten Eichenblättern, Joint und eine Flasche Bell’s in den Händen, und höre nichts als die Vögel und das Rauschen von der Autobahn. Churchill versucht das Feuer wieder anzubekommen. Fühlt sich an wie Sommer, nur kälter und nässer. Aber Freunde, Gras, viel viel Alkohol und Zelte. Wundervoll. Doch irgendwie merkwürdig, hier im Wald zu sitzen, völlig knülle, während die ganze Welt in Rauch aufgeht.

Al, Rapier, Maggie, Churchill und ich haben Samstag so gegen sechs beschlossen, campen zu fahren. Also Weed aufstellen, schwierig. Alle regulären Dealer weg, also dodgy car-park deal. Der Typ ist völlig breit, vergisst uns erst, und bringt dann zu wenig mit. Deshalb verpassen wir den Zug, müssen den nächsten nehmen. Dann in dem Pisskaff ankommen, aus dem Al kommt, Alkohol kaufen, in den Wald, Zelte aufbauen, Joint bauen, Vernichtung.

Ab dann sind es nur noch Fetzen: Rapier macht wie immer real-life Werbung für Produkte, die ihn begeistern. What a guy. Ich gebe bekannt, das ich mich mit Birnen auskenne. Al schlägt eine Orgie vor, bei der wir alle vögeln, während Maggie in der Ecke wichst. Ich denke ich bin der einzige, der damit was anfangen kann. Alle zehn Minuten geht das Feuer aus. Und wir sitzen draußen, saufen und peizen, Bis der Morgen graut, in diesem kalten, ernüchternden dunkelblaugrau. Ich umarme einen Baum.

Und Brombeere hat heute Nacht mit einem alten Freund von uns beiden rumgemacht. Good times for her. Und ich? Ich rieche nach Lagerfeuer, bin saudreckig und sitze im Zug mit meinen lauten, betrunkenen Freunden und einem Bier. Alle kucken. Wie zuhause.

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Freitag

Fühle mich irgendwie indifferent unglücklich. Schon länger. Ich will heute mal wieder saufen. Chemie käme gut, oder ficken, oder irgendwas, was mich aus diesem beschissenen Trott holt: aus dem Bett quälen, Uni, heimkommen, essen, am Computer hängen, irgendwann mit Al und Rapier einen Joint anzünden. Dann rauchen, bis das Weed alle oder das Hirn Matsch ist, ins Bett, viel zu high und viel zu viel Mist in meinem Kopf, um ordentlich einzuschlafen, deshalb auch morgen wieder übernächtigt sein.

Dann einsaufen, dann Club 520, tanzen, Sonnenbrille, schöne Frauen, aber das lächeln hält nicht.  Nicht mal für den nach Hause Weg, den ich mit Al absoviere. Es ist erst zwei. Aber den besoffenen Affen kann ich echt nicht alleine nach Hause gehen lassen. Penner!

Später: Bin ich betrunken, aber, immer noch, ne, wieder, scheiße drauf. Immer noch unfähig, bei Mädels eine andere Reaktion als lächeln, mich belächeln, hervorzurufen. Scheiß Fick Arsch Kacke. Brombeere nimmt das kack Telefon nicht ab. Die ist auf irgendeiner DnB-Party, sicher besser, als alles, was dieses scheiß wir-machen-alles-um-drei-zu Land zu bieten hat. Ficker, Arsch-Fotzen! Keinen Bock weiter zu schreiben. Vielleicht kotzen, vielleicht wichsen, oder den Kopf gegen die Wand schlagen.

Scheiße. Auf jeden noch das restliche Bier trinken. Scheiß auf alles. Ich will Gras, Ficken oder Amphetamine. Alles andere ist Dreck.

 

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carried away

Eigentlich wollte ich nur ein längeres Lautsprecherkabel kaufen. So hat es angefangen. Und noch zu News and Gadgets, wegen Longpapers. Al begleitet mich. Dann noch die anderen in irgendeinem Pub treffen. The Goose heißt der Laden. Union Street. Die schon bei Burger und Bier. Also dazu. Mein erstes Bier seit ich nicht mehr in Deutschland bin, bestelle auch einen Burger. Irgendwann weiß keiner mehr wie viel er schon hatte, außer Rapier, der bezahlt. Zumindest für Maggie und Churchill. Wir führen Gespräche über den desolaten Zustand der Welt in der wir leben sollen. Churchill ist überraschender weise begeistert von meinem Geschwätz vom Cyberkommunismus. Und ich dachte er währe so ein neo-liberaler Wichser. Fein, sowas.

So gegen 9: pleite und gut tipsy. Jetzt nach Hause. Joint rauchen, chillen, meinen alle. Aber irgendwie wollten wir’s dann doch noch wissen. In ne andere Bar, Shots 1₤ each. Werden aber nicht bedient, wegen ausländischer Ausweise und Als Fake-ID. Shots sind aber schon geordert, also 7 Stück für Rapier und Maggie. Das mit den Ausweisen passiert hier öfter. Fotzen. Nächster Laden, Revolution. Schnieker Scheißladen, alles irgendwie auf russisch designed, mit pseudo-kyrillischer Schrift und “I love Vodka” an den Wänden. “Far from revolutionary”, meint Al beim rausgehen. Aber echt, ich hasse so was.

Letzte Idee: Flat 0/1, war ich noch nie, wollte aber schon ewig mal hin… Also rein da. Vodka-Mixer 1.50₤, um so besser. Geile Bar, erste Assoziation ist das Altenheimzimmer meiner toten Uroma, dazu läuft Kool and the Gang. Wir hauen uns aufs Bett und lernen zwei Mädels kennen, die eine ist der Wahnsinn. Sie findet mich auch nicht schlecht, glaube ich. Wir labern mit ihr und ihrer Freundin Becky. Sie heißt Theresa, kurz Res. Ab hier wird es merkwürdig. Runden bestellen, Vodka-Cranberry für mich, Als Bruder ist irgendwann dazu gekommen. Er steht auf Becky. Scheißt sich gar nix und verkackt voll.

Raus zum rauchen mit den zwei Mädels. Ein Typ versucht die Absurdität der menschlichen Existenz durch das Zertrümmern einer Paprika zu beweisen, nervt aber bald. Wieder rein, dancen, erst mir Maggie und Rapier, dann mit Res. Scheiße, die kann tanzen. Es geht aber auch bei mir ab wie Sau. Alles sehr funky hier, das geht runter wie heiße Milch mit Honig. Überlege, sie gerade raus zu fragen, ob ich sie küssen darf. Mehr will ich gar nicht. Normal sehe ich Frauen die mir gefallen an und denke an Sex. Sie will ich nur weiter ansehen. Ihre roten Locken gefallen mir, und wie sie im Takt wippen. “Can’t touch this”, Ginger Kid.

Wo sind eigentlich alle? Die sind schon vor Ewigkeiten aufs Klo. Res und ihre Leute packen es. Jetzt fragen! Aber was? Ich weiß ja nicht genau was ich will. Nicht meine Bezieung zu Brombeere versauen. Dieses Mädchen küssen, noch ein bisschen ansehen, tanzen, reden, noch was trinken. Scheiß-Dilemma. Ich ringe mich zu einem Abschiedskuss auf die Backe durch. Sie blickt zu mir auf und lächelt, Glücksflash! Scheiße, so gut habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt, kribbelig. Nochmal winken. Byebye.

Rapier kommt auf mich zugewankt. Faselt von M-Kat*. Scheiße, Ja! Das währe jetzt geil, mehr Liebe, reden, eine Hand halten. Wir verlassen den Laden. Rapier hat schon gut was gezogen auf dem Klo. Wir nehmen die Leute mit dem M-Kat ins Wohnheim, a cheerful lot. Schaffen es irgendwie, an die 20 sympathische Druffies an der Security vom Wohnheim vorbei zu schleusen. Rede aber eigentlich nur mit einem, der heißt Mark, will gerne einen peizen. Also gebaut. Im Kopf bei Res, bei Brombeere, bei Res. Ohne Drogen würde ich echt wahnsinnig. Ich biete Mark den Joint an, als Tausch gegen eine Nase. “Nö”, meint der und ich denke nur, “So ein Arschloch”. Dann drückt er mir etwa ein Gramm Pulver in die Hand und meint, er müsse mal runterkommen, nach drei Tagen. Eine ganze Tüte ist ihm aber zuviel, er will nur anrauchen, ich will gar nicht, er soll das mit Al ausmachen. OK, lovely! Also rein damit und auch für die anderen ne Line. Verrückte Fremde feiern in der Küche, leicht bekleidete Mädels und leicht siffige Typen. Alle drauf wie Epps. “Gute Menschen”, sagt die Droge in meinem Hirn. Irgendwie surreal.

Kennt ihr diese Momente, in denen man einfach weiß, dass die Welt nicht schlecht sein kann. Das es keine Götter und keinen Himmel gibt, alles großartige und liebevolle in der Welt nur eine 5cm lange Linie weißen Pulvers auf der Hülle von Pantera’s “Cowboys from Hell” entfernt ist. Da gebe ich mir gleich noch eine und küsse Rapier. Es fühlt sich gut an. Harmonie, “zu Gast bei Freunden” denke ich merkwürdigerweise. Ein paar Leute aufwecken, sie einfach teilhaben lassen an diesem irren High. Fick dich weg, Melancholie. Freunde, tanzen.

Ich liebe dich, Welt. Ich liebe dich, Brombeere. Und Res? Das was heute lief war genau richtig. Hat mich aus dem beschissenen, selbsterschaffenen Jammertal geholt. Denke bei der letzten Nase noch mal an den Kerl mit der Paprika. Wir alle lachen. Die Welt ist doch wunderbar. Zumindest bis ich wieder runter komme.

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*M-Kat ist die im UK gängigste Bezeichnung für 4MMA, oder Mephedron, einer Designerdroge aus Israel. 4MMA ist ein Amphetamin, und in der Wirkung ähnlich wie MDMA, jedoch meist billiger und reiner, aber mit völlig unbekannten Langzeitwirkung und erst seit Dezember 2009 in der EU illegal.

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