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ein Vorbild

Ich schlage die Zeit tot und genieße es. Die deutschen Worte gehen langsam verloren, vielleicht schreibe ich demnächst mal auf Englisch.

Der Fuchs, der gegenüber in den Schuppen eingezogen ist, fasziniert mich. Er lebt ein Leben, von dem ich nur träumen kann, a urban gypsy, I suppose. In den Tag hinein, von der Hand in den Mund, heute hier, morgen dort. Ohne den Käfig der Vernunft, der mich auf Spur hält, auf dem Weg zum gesteckten Ziel: Geld verdienen, Täglich zur Arbeit gehen, vielleicht Kinder. Der Weg dahin ist nicht langweilig, es gibt genug Abzweigungen, aber hinter den glatten Ziegelmauern aus Erwartungen, die an die Straße grenzen, kann man die Wildnis sehen, wenn man hoch genug springt: Blumenwiesen, Berge, schäbige Vorstadtgassen voller Müll.

All das interessiert den Fuchs nicht, er sucht Essbares, spielt in dem Haufen ausrangierter Bürostühle, fickt, wenn es einmal im Jahr Zeit dazu ist, alles Instinkt. Aber wir, wir machen Pläne, studieren, flicken Hosen, rauchen Gras. Träumen. Lieben. Ich glaube nicht, das der Fuchst das kann. Währe ich gerne wie er?

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Eingeordnet unter gedanken, so gut wie nüchtern

ein Wochenende

“Es ist der Kreislauf des Lebens,

Aufstehen, Schlafen gehn,

Trinken und kotzen, die Nachrichten sehn,

um sich wieder bessern zu fühlen,

dann wieder trinken und kotzen,

Gestern vergessen und auf Morgen hoffen.” ¹

Merkwürdige Gedanken, die ganze Zeit, und asoziales Kiffer Verhalten macht das nicht besser. Habe die letzten zwei Tage in indifferent-glücklichem Dämmerzustand in meinem Zimmer verbracht und mich in künstliche Realitäten verliebt, fernsehen, “Skins”. Mich gefragt, ob es sowas wie ein Schicksal dieser Generation gibt, etwas, auf das ich und all die anderen Opfer ihrer eigenen Köpfe zusteuern. Einen fetzten Trip geschoben, den ich mir nach wie vor nicht ordentlich erklären kann. Das waren die letzten 72 Stunden.

Freitag war witzig. Bisschen gesoffen, Gin Bitterlemon, und natürlich gepeitzt. Dann alle weg, Arschclub, nö, da bin ich nicht am Start. Churchill und Maggie immer noch mit ihrem mittlerweile fast vier Wochen andauerndem Vor-Vorspiel beschäftigt, heißt weggehen. Asif und Kathy, wie immer rotze voll, schon beim Haus verlassen. Also alternativer Plan, mit Al einfach ein paar kleine Tüten vordrehen und einen nächtlichen Spaziergang unternehmen. Wenn wir unterwegs über Chemie stolpern, um so besser. Unterwegs in einen Sturm, sehr eindrucksvoll, erstmal zu diesem obskuren Park auf dem Campus einer anderen Uni, im Osten. Einen Fuchs gesehen, dann arbeiten wir uns durch die schniekeren Bezirke südlich zum Fluss vor, auf der Fußgängerbrücke einen rauchen. Am Fluss entlang, ganz schön lang, Richtung Westen. Durch das Westend wieder zurück, vorbei an dem Hostel, in dem ich gepennt hab als ich das erste mal hier war, vor genau einem Jahr. Merkwürdig, wie die Zeit vergeht, ohne Erinnerungen zu hinterlassen.

Sonntag abends liege ich im Bett, völlig trippy, weiß nicht warum, habe eigentlich nur gekifft und ferngesehen, und drehe völlig ab. Erst malVerspulung, zu den obskursten Bildern und Metamorphosen, dann völliger Horror, hab ich aber bald wieder unter Kontrolle. Dumm nur, das geht mir nicht mehr aus dem Kopf: Ich habe über Mädels nachgedacht, in die ich mal verknallt war, und das verstörende ist, das ich mir keine mehr im ganzen vorstellen kann, vor allem nicht Johanna. Ist mir einfach unklar, wie so ein engelsgleiches Bild, das immer in meinem Kopf war, immer, seit ich 15 bin, so völlig unbemerkt verblassen kann. Ich weiß, das sie damals hübsch war, ihre Augen haben mich völlig fertig gemacht, eisig blau. Nein, sie hat mich völlig fertig gemacht, aber damals habe ich nie so verzweifelt wie heute. Ich wollte dieses Mädchen, weil ich sie mochte und sie wunderschön und freundlich war, und sie mochte mich auch glaube ich, hat es aber einfach nicht geschafft, das irgendwie auszuleben oder damit umzugehen, glaube ich. Wurde nichts. Die Löcher in meinem Hirn werden immer größer.

Was passiert mit all den Leuten, die wie ich die Welt in anderen Farben gesehen haben, und seitdem nicht mehr auf den “nüchtern”-Zustand klar kommen? Die von diesen beschissenen goldenen Apfel gekostet haben, und seitdem von dieser vermeintlichen Erkenntnis aufgefressen werden: Du bist nackt und alleine, ein verächtliches Wesen. Was soll auf lange Sicht mit denen geschehen? Es werden immer mehr, ich verstehe das. Da fällt mir was ein. Das habe ich, seit ich es zum ersten mal gehört habe vor acht Jahren, versucht es zu beherzigen:

“Der Sinn des Lebens ist, deinem Leben einen Sinn zu geben” ²

Es scheitert, noch, maßlos.

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¹ Audio88, Yassin und Hiob – Nichs

² Kool Savas – Der beste Tag meines Lebens (furchtbar ätzender Song, übrigens, aber diese Zeile ist irgendwie eines der wenigen Ideale die ichhabe.)

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