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Abschied

Der Bus zum Flughafen ist ziemlich voll, mein Kopf fühlt sich leer an: Wie der leicht getrübte Himmel, ein still stehendes Windkraftwerk in der nüchternen Klarheit des Morgens. Ich habe Brombeere gerade stehen lassen, an der Omnibushaltestelle Erdberg. Muss wieder zurück, das hilft alles nichts.

Die letzte Woche war viel zu wundervoll, als das ich überhaupt an schreiben gedacht hätte. Zu viel von dieser immer wieder erstaunlichen Nähe, dieser einzigen Umarmung. Erst jetzt, als ich nach zehn Tagen wieder auf dem Heimweg bin, gerade erst langsam zu realisieren, dass ich den mir liebsten Menschen erst in zwei Monaten wiedersehe; die Erkenntnis steigt wie tintenschwarzes Wasser langsam in mir auf, sie ist weder kalt noch warm, die Hand streckt sich aus, etwas krampfig, tastet, findet: Greift zum Stift.

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Ich ficke dein Pony¹

Geiler Sound am Start. Irre witzig. Und war sehr produktiv die letzten Tage. Nüchtern, ohne dass es unangenehm währe. Am Freitag hab ich notiert:

“Schon mal wütend gewesen, weil sie den scheiß Club zugemacht haben? Passiert hier jedes mal beim weggehen.

But shake that ass on the floor. Sehr gut heute Nacht, soweit. Erstmal saufen, kotzen, weitersaufen, Sainsbury’s Basic Cider. Diskussion, über wohin wir weggehen, mirakulös, ich setzte mich durch. Freitags kostet alles zu viel. Also diesen neuen Club testen. Big Al bekommt kostenloses MDMA von ominösen Fremden. Glück gehabt, sowas kann auch schief gehen. Sitzt gerade auf dem Sessel und streichelt sich selbst, wahnsinn.

Aber im Sound verloren. Bum-Bum-Bum. Sehr Geil. Sonnenbrille auf und raus den Hass, einfach ausrasten mit Sonnenbrille. Ich will keine Gesichter sehen, ich tanz alleine in einer Menschenmenge. Blitz-Blitz. Düster ist es einfach besser.

“Loose yourself

In the music, the moment,

You better never let it go.” ²

Das ist möglich, sogar nüchtern.“ ³

Am Wochenende gechillt, ein paar Dokumentationen aller Couleur angesehen. Eine über Hirnforschung, Psychiatrie und Drogen, eine über die politische Lage in Afghanistan, und eine obskure Serie mit dem Titel “The Joy of Teen Sex“, die im Endeffekt ein durchgestylt wirkendes Dr. Sommer-Team, deren Ratschläge jedoch immer sehr korrekt und vernünftig sind. Musik machen mit Al, Ewan und manchmal Scott. Spaßig,  heute Mathetest geschrieben und gestern mal wieder Weed gekauft. Sehr teuer, aber auch sehr gut. Brombeere kommt am Freitag. Danke, alles passt soweit.

———–

¹ Frittenbude – Elektrofikke (Schlachthofbronx Remix)

² Eminem – Loose Yourself

³ (Nachtrag: Auch wenn ich’s zu dem Zeitpunkt nicht war.)

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mittags

Irgendwie weiß ich nicht wo ich stehe. Vormittags lesen, über politisches Weltgeschehen, Tunesien, Netpolitics und Daten-Streetart. Nachmittags Sehnsucht nach Rausch. Dabei ist es gerade erst halb eins. Sollte auf jeden Fall was aufstellen später. Das mit dem aufhören hat nicht geklappt, wie sollte es auch. Kiffen ist zu sehr Bestandteil meines Lebens geworden, eigentlich kaum wegzudenken. Aber ich hab’s ein bisschen runtergefahren. Nur zwei Abende kiffen von sechs, das ist for sure ein Fortschritt, fühle mich wieder klarer. Ein mal sogar nur einen Joint geraucht, ach ja, das war der Extasy-Abturz. Allerdings: Das Gefühl der warmen, freundlichen Leere ist absent, ich fühle mich alleine, unkreativ, stumpf.

Schwanke wie immer zwischen Lebenslust und Depression, circa alle drei Stunden. Schreibe ich mich da hinein, oder versuche ich mich da hinaus zu schreiben. Wer weiß, ich nicht.

Dennoch: Ich habe das Bedürfnis die Welt zu verbessern, aber die Erkenntnis, wohl niemals Teil einer Revolution zu sein, schmerzt. Der Westen ist politisch und ökonomisch sowas von Tod, für uns gibt es die nächsten Jahre vermutlich nur eine Richtung, abwärts. Mehr Stacheldraht, weniger Rente, mehr Facebook-Status-Updates, weniger Kritik. Ich bin da zwar nicht sicher, aber sich jetzt schon mal drauf Einstellen ist glaub ich gut, dann kann es nur besser werden, oder Atomkrieg.

Wenn es nüchtern ist, muss mein Hirn kotzen.

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