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verliebt

Schon komisch. Hab die letzten Tage, erfreulicherweise, mit Bier in der Sonne verbracht. Da ist es schon komisch, wenn man mit seinen Kumpels abhängt, und man sich doch irgendwie alleine fühlt, weil alle zu zweit sind. Heut hab ich endlich mal Rapiers Freundin Judith kennen gelernt. Nettes Mädel. Aber das lässt mich nur noch mehr realisieren, das die Frau meiner Träume scheiße weit weg wohnt. Dumm gelaufen. Gehe jetzt weg, mit der Hoffnung auf einen Aufriss. Klappt aber eh nicht, glaub ich.

Klappt auch nicht, jetzt bin ich wieder zuhause  und kann das sagen. Ich vermute, dass auch andere so dermaßen verliebt waren, das es garnicht mehr hilft.

Auf dem Heimweg finde ich einen Hauseingang, da sitze ich und heule, wie schon lange nicht mehr. Hilflos. Völlig. Diese ganze happy couple Atmosphäre, die latente Sexualität und meine Unfähigkeit, an diesem doch relativ zwanglosen studentischen Paarungsritual teilzunehmen, macht mich nur noch fertig. Scheiß die Wand an, aber wenigstens weiß Dusty Springfield wie ich mich fühle. If you go away on a summerday, you might as well take the sun away. Eins macht mich allerdings glücklicher als alles andere, auch wenn ich immer immer noch  weine, als ich dies schreibe: Das steht auch für dich nicht zur Debatte. Die Worte, mit denen ich dich um halb fünf deiner Zeit, völlig aufgelöst, aus dem Bett geholt habe, haben noch nie so viel bedeutet wie in diesem Augenblick. Ich liebe dich.

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Frühling

Der Boden ist noch kalt, aber ich liege in der Wiese, im Green, die Sonne im Gesicht, stocknüchtern. Der Fluss rauchst vorbei nach tagelangem Regen und Schnee, Richtung Atlantik. Sauglücklich. Sollte am Wochenende ans Meer fahren, oder ans Wasser.

Ich stehe auf Mädels. Das ist mir irgendwann zwischen Sonntag und jetzt gerade klar geworden. Die werden immer erste Wahl sein. Ich stehe zu sehr auf Titten, auf Nippel, auf Ärsche ohne Haare. Den Typen zu küssen war spaßig, getting off und so, aber es hinterließ keine bleibende Erinnerung. Hat mir nicht mal ansatzweise so den Kopf verrissen, wie das Mädels für gewöhnlich tun. Ich denke immer noch an die Lächlerin. Aber hier in der Sonne, “right here, right now“¹ im Kopfhörer, hätte ich am liebsten dich.

Es wird langsam kühl. Mal sehen, ob ich irgendwo draußen ein Bier bekommen kann.

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¹ Fatboy Slim – Right Here, Right Now

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Freitag

Fühle mich irgendwie indifferent unglücklich. Schon länger. Ich will heute mal wieder saufen. Chemie käme gut, oder ficken, oder irgendwas, was mich aus diesem beschissenen Trott holt: aus dem Bett quälen, Uni, heimkommen, essen, am Computer hängen, irgendwann mit Al und Rapier einen Joint anzünden. Dann rauchen, bis das Weed alle oder das Hirn Matsch ist, ins Bett, viel zu high und viel zu viel Mist in meinem Kopf, um ordentlich einzuschlafen, deshalb auch morgen wieder übernächtigt sein.

Dann einsaufen, dann Club 520, tanzen, Sonnenbrille, schöne Frauen, aber das lächeln hält nicht.  Nicht mal für den nach Hause Weg, den ich mit Al absoviere. Es ist erst zwei. Aber den besoffenen Affen kann ich echt nicht alleine nach Hause gehen lassen. Penner!

Später: Bin ich betrunken, aber, immer noch, ne, wieder, scheiße drauf. Immer noch unfähig, bei Mädels eine andere Reaktion als lächeln, mich belächeln, hervorzurufen. Scheiß Fick Arsch Kacke. Brombeere nimmt das kack Telefon nicht ab. Die ist auf irgendeiner DnB-Party, sicher besser, als alles, was dieses scheiß wir-machen-alles-um-drei-zu Land zu bieten hat. Ficker, Arsch-Fotzen! Keinen Bock weiter zu schreiben. Vielleicht kotzen, vielleicht wichsen, oder den Kopf gegen die Wand schlagen.

Scheiße. Auf jeden noch das restliche Bier trinken. Scheiß auf alles. Ich will Gras, Ficken oder Amphetamine. Alles andere ist Dreck.

 

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mittags

Irgendwie weiß ich nicht wo ich stehe. Vormittags lesen, über politisches Weltgeschehen, Tunesien, Netpolitics und Daten-Streetart. Nachmittags Sehnsucht nach Rausch. Dabei ist es gerade erst halb eins. Sollte auf jeden Fall was aufstellen später. Das mit dem aufhören hat nicht geklappt, wie sollte es auch. Kiffen ist zu sehr Bestandteil meines Lebens geworden, eigentlich kaum wegzudenken. Aber ich hab’s ein bisschen runtergefahren. Nur zwei Abende kiffen von sechs, das ist for sure ein Fortschritt, fühle mich wieder klarer. Ein mal sogar nur einen Joint geraucht, ach ja, das war der Extasy-Abturz. Allerdings: Das Gefühl der warmen, freundlichen Leere ist absent, ich fühle mich alleine, unkreativ, stumpf.

Schwanke wie immer zwischen Lebenslust und Depression, circa alle drei Stunden. Schreibe ich mich da hinein, oder versuche ich mich da hinaus zu schreiben. Wer weiß, ich nicht.

Dennoch: Ich habe das Bedürfnis die Welt zu verbessern, aber die Erkenntnis, wohl niemals Teil einer Revolution zu sein, schmerzt. Der Westen ist politisch und ökonomisch sowas von Tod, für uns gibt es die nächsten Jahre vermutlich nur eine Richtung, abwärts. Mehr Stacheldraht, weniger Rente, mehr Facebook-Status-Updates, weniger Kritik. Ich bin da zwar nicht sicher, aber sich jetzt schon mal drauf Einstellen ist glaub ich gut, dann kann es nur besser werden, oder Atomkrieg.

Wenn es nüchtern ist, muss mein Hirn kotzen.

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