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verliebt

Schon komisch. Hab die letzten Tage, erfreulicherweise, mit Bier in der Sonne verbracht. Da ist es schon komisch, wenn man mit seinen Kumpels abhängt, und man sich doch irgendwie alleine fühlt, weil alle zu zweit sind. Heut hab ich endlich mal Rapiers Freundin Judith kennen gelernt. Nettes Mädel. Aber das lässt mich nur noch mehr realisieren, das die Frau meiner Träume scheiße weit weg wohnt. Dumm gelaufen. Gehe jetzt weg, mit der Hoffnung auf einen Aufriss. Klappt aber eh nicht, glaub ich.

Klappt auch nicht, jetzt bin ich wieder zuhause  und kann das sagen. Ich vermute, dass auch andere so dermaßen verliebt waren, das es garnicht mehr hilft.

Auf dem Heimweg finde ich einen Hauseingang, da sitze ich und heule, wie schon lange nicht mehr. Hilflos. Völlig. Diese ganze happy couple Atmosphäre, die latente Sexualität und meine Unfähigkeit, an diesem doch relativ zwanglosen studentischen Paarungsritual teilzunehmen, macht mich nur noch fertig. Scheiß die Wand an, aber wenigstens weiß Dusty Springfield wie ich mich fühle. If you go away on a summerday, you might as well take the sun away. Eins macht mich allerdings glücklicher als alles andere, auch wenn ich immer immer noch  weine, als ich dies schreibe: Das steht auch für dich nicht zur Debatte. Die Worte, mit denen ich dich um halb fünf deiner Zeit, völlig aufgelöst, aus dem Bett geholt habe, haben noch nie so viel bedeutet wie in diesem Augenblick. Ich liebe dich.

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out

Gut geschlafen, noch im Bett chillen, wichsen. Dann aufstehen, Mucke an, Zähne putzen, Kippe. Vorfreude. Heute gehe ich mit Big Gay Al (so nennt sich der Gute selber) auf eine gay/lesbian/straight/whatsoever-Party. Mein Lieblings DJ Jack Swift legt auf, klingt nach großem großem Spaß.

Nudeln kochen und  vorglühen, bei Al. Dann starten wir um halb zwölf los ins Sleazys. Schaut gut aus, kleine Schlange, hat es sonst nie. Schöne Menschen und gute Musik übrall. Al kauft mir einen White Russian. An der Bar treffe ich wieder die, auf deren Treppe ich meine Nase gebrochen habe. “Hey!”, “Hey!”, ”How’s it going?”, ”Allright, you?” Dann tanzen. Feinst. Tanzen. Lächeln. Tanzen. Lächeln. Jemand lächelt zurück. Weitertanzen. Antanzen. Weiterlächeln. Schöne Crowd, viele Lesben im Studentenalter, auch ein paar schwule Grüppchen, und dann ein ganzer Haufen von Bis und Bi-Kuriosen und genug Heteros. Rauchen, mit Al, noch einen White Russian. Al will alleine gelassen werden, seiner Meinung sehen wir zu sehr nach einem  Pärchen aus. whatever. Und sie lächelt immer noch, und tanzt wie der Teufel, also ein bisschen mehr, näher, anfassen. Scheint ihr zu passen, bald hab ich sie aber wieder in der Menge verloren. Weitertanzen. Weiterlächeln. Ein anderes Mädel antanzen, die rastet voll aus. Unglaublich anzusehen, zu spüren, wie sie ihren Körper gegen meinen drückt, verschwindet dann aber wieder, sehe sie später mit einem anderen Mädel rummachen. Geil. SMS von Al, hat jemand aufgerissen, ist auf dem weg zu ihm. Schön. Weitertanzen. Weiterlächeln. Nach den zwei heißen Mädels Ausschau halten.

Die bevorzugen offenbar andere, aber die zwei Jungs neben mir scheinen Spaß zu haben. Also Tanzen. Blickkontakt. Weiterlächeln. Antanzen. Erst küsse ich den hübscheren, dann den anderen. Der küsst besser, aber beide nicht wirklich der Knaller. Tanze aber weiter mit ihm und wir küssen uns wieder. Trotzdem wundervoll, obwohl er mir zuviel von seiner Zunge in den Hals stopft. So verbringen wir die letzte Stunde, er grapscht mir immer wieder an den Schwanz, aber ich mache ihm klar, dass das grade nicht mein Interesse ist. Passt. Fragt nach meinem Namen, er heißt Lee. Weitertanzen. Weiterküssen. Weiterlächeln. Dann hole ich meine Jacke, drehe eine Kippe und gehe. Mein Kopf ist bei Brombeere.

Zuhause treffe ich Rapier, wir chillen noch ein bisschen, rauchen eine dicke Tüte und dann ins Bett, draußen ist es hell, ich denke immer noch an dich.

Alles in allem: good times, mehr promiskuitive Clubnächte bitte, in denen “sexuelle Orientierung” nichts ist als eine leere Phrase ist, nichts weiter als eine Präferenz, eine alte Gewohnheit, die man in dieser Umgebung schnell mal vergisst. Freue mich schon aufs nächste Mal.

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Freitag

Fühle mich irgendwie indifferent unglücklich. Schon länger. Ich will heute mal wieder saufen. Chemie käme gut, oder ficken, oder irgendwas, was mich aus diesem beschissenen Trott holt: aus dem Bett quälen, Uni, heimkommen, essen, am Computer hängen, irgendwann mit Al und Rapier einen Joint anzünden. Dann rauchen, bis das Weed alle oder das Hirn Matsch ist, ins Bett, viel zu high und viel zu viel Mist in meinem Kopf, um ordentlich einzuschlafen, deshalb auch morgen wieder übernächtigt sein.

Dann einsaufen, dann Club 520, tanzen, Sonnenbrille, schöne Frauen, aber das lächeln hält nicht.  Nicht mal für den nach Hause Weg, den ich mit Al absoviere. Es ist erst zwei. Aber den besoffenen Affen kann ich echt nicht alleine nach Hause gehen lassen. Penner!

Später: Bin ich betrunken, aber, immer noch, ne, wieder, scheiße drauf. Immer noch unfähig, bei Mädels eine andere Reaktion als lächeln, mich belächeln, hervorzurufen. Scheiß Fick Arsch Kacke. Brombeere nimmt das kack Telefon nicht ab. Die ist auf irgendeiner DnB-Party, sicher besser, als alles, was dieses scheiß wir-machen-alles-um-drei-zu Land zu bieten hat. Ficker, Arsch-Fotzen! Keinen Bock weiter zu schreiben. Vielleicht kotzen, vielleicht wichsen, oder den Kopf gegen die Wand schlagen.

Scheiße. Auf jeden noch das restliche Bier trinken. Scheiß auf alles. Ich will Gras, Ficken oder Amphetamine. Alles andere ist Dreck.

 

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carried away

Eigentlich wollte ich nur ein längeres Lautsprecherkabel kaufen. So hat es angefangen. Und noch zu News and Gadgets, wegen Longpapers. Al begleitet mich. Dann noch die anderen in irgendeinem Pub treffen. The Goose heißt der Laden. Union Street. Die schon bei Burger und Bier. Also dazu. Mein erstes Bier seit ich nicht mehr in Deutschland bin, bestelle auch einen Burger. Irgendwann weiß keiner mehr wie viel er schon hatte, außer Rapier, der bezahlt. Zumindest für Maggie und Churchill. Wir führen Gespräche über den desolaten Zustand der Welt in der wir leben sollen. Churchill ist überraschender weise begeistert von meinem Geschwätz vom Cyberkommunismus. Und ich dachte er währe so ein neo-liberaler Wichser. Fein, sowas.

So gegen 9: pleite und gut tipsy. Jetzt nach Hause. Joint rauchen, chillen, meinen alle. Aber irgendwie wollten wir’s dann doch noch wissen. In ne andere Bar, Shots 1₤ each. Werden aber nicht bedient, wegen ausländischer Ausweise und Als Fake-ID. Shots sind aber schon geordert, also 7 Stück für Rapier und Maggie. Das mit den Ausweisen passiert hier öfter. Fotzen. Nächster Laden, Revolution. Schnieker Scheißladen, alles irgendwie auf russisch designed, mit pseudo-kyrillischer Schrift und “I love Vodka” an den Wänden. “Far from revolutionary”, meint Al beim rausgehen. Aber echt, ich hasse so was.

Letzte Idee: Flat 0/1, war ich noch nie, wollte aber schon ewig mal hin… Also rein da. Vodka-Mixer 1.50₤, um so besser. Geile Bar, erste Assoziation ist das Altenheimzimmer meiner toten Uroma, dazu läuft Kool and the Gang. Wir hauen uns aufs Bett und lernen zwei Mädels kennen, die eine ist der Wahnsinn. Sie findet mich auch nicht schlecht, glaube ich. Wir labern mit ihr und ihrer Freundin Becky. Sie heißt Theresa, kurz Res. Ab hier wird es merkwürdig. Runden bestellen, Vodka-Cranberry für mich, Als Bruder ist irgendwann dazu gekommen. Er steht auf Becky. Scheißt sich gar nix und verkackt voll.

Raus zum rauchen mit den zwei Mädels. Ein Typ versucht die Absurdität der menschlichen Existenz durch das Zertrümmern einer Paprika zu beweisen, nervt aber bald. Wieder rein, dancen, erst mir Maggie und Rapier, dann mit Res. Scheiße, die kann tanzen. Es geht aber auch bei mir ab wie Sau. Alles sehr funky hier, das geht runter wie heiße Milch mit Honig. Überlege, sie gerade raus zu fragen, ob ich sie küssen darf. Mehr will ich gar nicht. Normal sehe ich Frauen die mir gefallen an und denke an Sex. Sie will ich nur weiter ansehen. Ihre roten Locken gefallen mir, und wie sie im Takt wippen. “Can’t touch this”, Ginger Kid.

Wo sind eigentlich alle? Die sind schon vor Ewigkeiten aufs Klo. Res und ihre Leute packen es. Jetzt fragen! Aber was? Ich weiß ja nicht genau was ich will. Nicht meine Bezieung zu Brombeere versauen. Dieses Mädchen küssen, noch ein bisschen ansehen, tanzen, reden, noch was trinken. Scheiß-Dilemma. Ich ringe mich zu einem Abschiedskuss auf die Backe durch. Sie blickt zu mir auf und lächelt, Glücksflash! Scheiße, so gut habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt, kribbelig. Nochmal winken. Byebye.

Rapier kommt auf mich zugewankt. Faselt von M-Kat*. Scheiße, Ja! Das währe jetzt geil, mehr Liebe, reden, eine Hand halten. Wir verlassen den Laden. Rapier hat schon gut was gezogen auf dem Klo. Wir nehmen die Leute mit dem M-Kat ins Wohnheim, a cheerful lot. Schaffen es irgendwie, an die 20 sympathische Druffies an der Security vom Wohnheim vorbei zu schleusen. Rede aber eigentlich nur mit einem, der heißt Mark, will gerne einen peizen. Also gebaut. Im Kopf bei Res, bei Brombeere, bei Res. Ohne Drogen würde ich echt wahnsinnig. Ich biete Mark den Joint an, als Tausch gegen eine Nase. “Nö”, meint der und ich denke nur, “So ein Arschloch”. Dann drückt er mir etwa ein Gramm Pulver in die Hand und meint, er müsse mal runterkommen, nach drei Tagen. Eine ganze Tüte ist ihm aber zuviel, er will nur anrauchen, ich will gar nicht, er soll das mit Al ausmachen. OK, lovely! Also rein damit und auch für die anderen ne Line. Verrückte Fremde feiern in der Küche, leicht bekleidete Mädels und leicht siffige Typen. Alle drauf wie Epps. “Gute Menschen”, sagt die Droge in meinem Hirn. Irgendwie surreal.

Kennt ihr diese Momente, in denen man einfach weiß, dass die Welt nicht schlecht sein kann. Das es keine Götter und keinen Himmel gibt, alles großartige und liebevolle in der Welt nur eine 5cm lange Linie weißen Pulvers auf der Hülle von Pantera’s “Cowboys from Hell” entfernt ist. Da gebe ich mir gleich noch eine und küsse Rapier. Es fühlt sich gut an. Harmonie, “zu Gast bei Freunden” denke ich merkwürdigerweise. Ein paar Leute aufwecken, sie einfach teilhaben lassen an diesem irren High. Fick dich weg, Melancholie. Freunde, tanzen.

Ich liebe dich, Welt. Ich liebe dich, Brombeere. Und Res? Das was heute lief war genau richtig. Hat mich aus dem beschissenen, selbsterschaffenen Jammertal geholt. Denke bei der letzten Nase noch mal an den Kerl mit der Paprika. Wir alle lachen. Die Welt ist doch wunderbar. Zumindest bis ich wieder runter komme.

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*M-Kat ist die im UK gängigste Bezeichnung für 4MMA, oder Mephedron, einer Designerdroge aus Israel. 4MMA ist ein Amphetamin, und in der Wirkung ähnlich wie MDMA, jedoch meist billiger und reiner, aber mit völlig unbekannten Langzeitwirkung und erst seit Dezember 2009 in der EU illegal.

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