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Cosinus

Ich glaube, das beste an der aufgemotzten, verlängerten Jugend, das ich gerade erlebe, ist das es so schnell hoch und wieder runter geht. Ohne downs keine ups, so einfach ist das. Und undefinierte Langeweile ist sicher schlimmer als die planlose, egozentrische Wut, die mich von Zeit zu Zeit überkommt. Die Wut darüber, das die Welt nicht so eingerichtet ist wie ich das gerne hätte, und es auch nie sein wird. “Let the good times roll, fuck the bad times.”, hat Rapier gestern gesagt. “We’ve got good times to look forward to, and I don’t give a fuck about anything else.” Einer der beeindruckendsten Menschen, die ich jemals das Glück haben durfte, kennen zu lernen.

War gestern so eine Nacht, wo es hochgeht, dann runter, und dann ganz hoch. Und ich verachte “Achterbahn”-Metaphern. Gestern erst getrunken, mit Al, Rapier, Alise und der Lettland-Posse, recht lustig alles. Lerne da noch ein echt nettes Mädel kennen, und nicht im Sinne von hübsch oder heiß, sondern einfach eine nette Person, gutes Gespräch. Gleich auf Facebook angefreundet, modern times. Dann irgendwie durch die Stadt eiern, kommen nirgends rein, kein Wunder, Rapier ist rotzevoll und hat keinerlei Ausweis dabei. Wir schlagen schließlich im Flat0/1 auf. Viel zu teuer am Freitag, ich bin recht angenervt und gehe alleine und früher Heim. Rufe Brombeere an, wir sind beide irgendwie angepisst von unsren Freunden aus der neuen Heimat, ich rede mich mal wieder in Rage und kotzte mich bei Brombeere aus. Sorry. Aber es hilft. Danach, skeptisch, die zwei Affen Al und Rapier wieder auflesen. Gras kaufen. Mein griechischer Mitbewohner Costa ist irgendwie auch am Start. Wir führen ernste Gespräche, alles ganz schön emotional, aber auf eine gute Art. Und später lachen wir wieder. Alles fett. Alles lustig. Endlich wieder oben. Ganz oben.

Die Essenz aus gestern Abend ist ein Vorsatz für die Zukunft: “Do what I love, and do it good.”* Und bald bei dir, da klappt das eh am besten.

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* Auf englisch gedacht, und irgendwie keine schöne Übersetzung im Kopf. Jede korrekte deutsche Formulierung erscheint mir zu kompliziert für die Einfachheit dieses Gedanken.

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Eingeordnet unter alk, gedanken, marijuhana

camping

Die kahlen, moosigen Bäume heben sich nur leicht vom dunkelblaugrauen Himmel ab. Ich liege auf feuchten Eichenblättern, Joint und eine Flasche Bell’s in den Händen, und höre nichts als die Vögel und das Rauschen von der Autobahn. Churchill versucht das Feuer wieder anzubekommen. Fühlt sich an wie Sommer, nur kälter und nässer. Aber Freunde, Gras, viel viel Alkohol und Zelte. Wundervoll. Doch irgendwie merkwürdig, hier im Wald zu sitzen, völlig knülle, während die ganze Welt in Rauch aufgeht.

Al, Rapier, Maggie, Churchill und ich haben Samstag so gegen sechs beschlossen, campen zu fahren. Also Weed aufstellen, schwierig. Alle regulären Dealer weg, also dodgy car-park deal. Der Typ ist völlig breit, vergisst uns erst, und bringt dann zu wenig mit. Deshalb verpassen wir den Zug, müssen den nächsten nehmen. Dann in dem Pisskaff ankommen, aus dem Al kommt, Alkohol kaufen, in den Wald, Zelte aufbauen, Joint bauen, Vernichtung.

Ab dann sind es nur noch Fetzen: Rapier macht wie immer real-life Werbung für Produkte, die ihn begeistern. What a guy. Ich gebe bekannt, das ich mich mit Birnen auskenne. Al schlägt eine Orgie vor, bei der wir alle vögeln, während Maggie in der Ecke wichst. Ich denke ich bin der einzige, der damit was anfangen kann. Alle zehn Minuten geht das Feuer aus. Und wir sitzen draußen, saufen und peizen, Bis der Morgen graut, in diesem kalten, ernüchternden dunkelblaugrau. Ich umarme einen Baum.

Und Brombeere hat heute Nacht mit einem alten Freund von uns beiden rumgemacht. Good times for her. Und ich? Ich rieche nach Lagerfeuer, bin saudreckig und sitze im Zug mit meinen lauten, betrunkenen Freunden und einem Bier. Alle kucken. Wie zuhause.

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Eingeordnet unter alk, marijuhana

Freitag

Fühle mich irgendwie indifferent unglücklich. Schon länger. Ich will heute mal wieder saufen. Chemie käme gut, oder ficken, oder irgendwas, was mich aus diesem beschissenen Trott holt: aus dem Bett quälen, Uni, heimkommen, essen, am Computer hängen, irgendwann mit Al und Rapier einen Joint anzünden. Dann rauchen, bis das Weed alle oder das Hirn Matsch ist, ins Bett, viel zu high und viel zu viel Mist in meinem Kopf, um ordentlich einzuschlafen, deshalb auch morgen wieder übernächtigt sein.

Dann einsaufen, dann Club 520, tanzen, Sonnenbrille, schöne Frauen, aber das lächeln hält nicht.  Nicht mal für den nach Hause Weg, den ich mit Al absoviere. Es ist erst zwei. Aber den besoffenen Affen kann ich echt nicht alleine nach Hause gehen lassen. Penner!

Später: Bin ich betrunken, aber, immer noch, ne, wieder, scheiße drauf. Immer noch unfähig, bei Mädels eine andere Reaktion als lächeln, mich belächeln, hervorzurufen. Scheiß Fick Arsch Kacke. Brombeere nimmt das kack Telefon nicht ab. Die ist auf irgendeiner DnB-Party, sicher besser, als alles, was dieses scheiß wir-machen-alles-um-drei-zu Land zu bieten hat. Ficker, Arsch-Fotzen! Keinen Bock weiter zu schreiben. Vielleicht kotzen, vielleicht wichsen, oder den Kopf gegen die Wand schlagen.

Scheiße. Auf jeden noch das restliche Bier trinken. Scheiß auf alles. Ich will Gras, Ficken oder Amphetamine. Alles andere ist Dreck.

 

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zu gut

Die Gedanken rasen. Was, wenn die letzten 24 Stunden etwas zu gut waren? Betäubt und glücklich, aber wie immer zweifle ich. Fuck it!

Gestern so gegen halb zehn los, Brombeere abholen. Nach zwölf sind wir wieder im Wohnheim, happy, sie ist zum ersten mal hier. Dann wieder zweifeln, ob alles passt: Ob unsere Männer-Zweck-WG nicht viel zu grintig ist. Ob ich zu aufdringlich bin, zu geil, zu grob im Bett. Ob sie meine Leute hier leiden kann. Ob sie findet, das mein Leben zu abgefuckt ist, zu dependant.

Aber alles passt. Alles in Ordnung, alles wunderschön. Und ich kann es einfach nicht fassen. Bin ich so ein pessimistischer Vollidiot, dass ich glaube, das Leben hielte nichts Gutes bereit, keine großen Momente? Ich bin auf jeden Fall arrogant genug, mich zu fragen, ob das hier auch einer von diesen Momenten ist, diesen großen. Scheiße, Mann! Es fühlt sich gut an, das ist was zählt. Verdammt gut. Nimm was du kriegen kannst, und behalte jeden Moment.

Und so sitze ich hier, zweifelnd an meinem offensichtlichen Glück.Vollidiot! Stoned, ein paar Drinks, und eine wunderschöne Frau neben mir im Bett, die ich liebe. Da kann ich auf den Bass verzichten.

Und ich lächele und ich lächele und ich lächele.

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Zuhause

Ich bin immer wieder unschlüssig, wie sich so viele Menschen so gut mit dem falschen Ganzen arrangieren können? Und ist das tatsächlich noch unsinniger als von Revolution zu sprechen? Eins ist jedoch klar: Geld ist einfach kotze, zumindest wenn man nicht damit umgehen hat, chronisch zu wenig hat und auf Rausch steht. Unfassbar, der selbe Stress, die Miete zu bezahlen wie letztes Monat, aber weniger davon.

Uni passt, aber es gibt gerade Ärger wegen Anwesenheit. Nicht nur für mich, für fast alle. Ganz aufgefüllt vor Vorfreude, weil Brombeere kommt am Wochenende. Einfach mal wieder mit ihr feiern, vögeln, Nähe. Zu Hause sein. Das hat bei mir nichts mit einem Ort zu tun. Die Uhr hatte zwölf Zeiger, aber keine Zahlen. Ist Zuhause nicht bei der Familie, den Leuten, die man am längsten kennt, die einzigen Menschen, die man mögen, lieben muss, obwohl es die Einzigen sind, die man sich nicht aussuchen kann? Ich habe noch nie “ich liebe dich” zu irgend einem Angehörigen meiner Familie gesagt. Sie auch nicht zu mir. Vielleicht liegt es daran, das Zuhause heißt: Bei dir.

Ich muss mir wohl einen Job suchen. Ich habe aber echt keinen Bock, mich für £4,80 beim McDonalds hinter die Theke zu stellen. Aber darauf wird es wohl rauslaufen.

Ich bin immer noch nicht sicher, ob es mir hier wirklich gefällt. Die Leute sind zwar nett und alles, aber ich kann nicht aufhören, alles mit Zuhause zu vergleichen, nicht Zuhause, back home. Bin ich derart engstirnig, derart xenophob? Aber ich kann einfach nicht aufhören. Ich vermisse aber auch einiges, Leberkäse, Weedpreise, deutsch sprechen,  meine Atzen aus K., Brombeere. Aber ich muss mich wohl damit arrangieren, das das grade nicht drinnen ist. Ich vermisse back home. Aber Zuhause kommt ja morgen. Wundervoll.

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Eingeordnet unter gedanken, marijuhana, so gut wie nüchtern

ein Wochenende

“Es ist der Kreislauf des Lebens,

Aufstehen, Schlafen gehn,

Trinken und kotzen, die Nachrichten sehn,

um sich wieder bessern zu fühlen,

dann wieder trinken und kotzen,

Gestern vergessen und auf Morgen hoffen.” ¹

Merkwürdige Gedanken, die ganze Zeit, und asoziales Kiffer Verhalten macht das nicht besser. Habe die letzten zwei Tage in indifferent-glücklichem Dämmerzustand in meinem Zimmer verbracht und mich in künstliche Realitäten verliebt, fernsehen, “Skins”. Mich gefragt, ob es sowas wie ein Schicksal dieser Generation gibt, etwas, auf das ich und all die anderen Opfer ihrer eigenen Köpfe zusteuern. Einen fetzten Trip geschoben, den ich mir nach wie vor nicht ordentlich erklären kann. Das waren die letzten 72 Stunden.

Freitag war witzig. Bisschen gesoffen, Gin Bitterlemon, und natürlich gepeitzt. Dann alle weg, Arschclub, nö, da bin ich nicht am Start. Churchill und Maggie immer noch mit ihrem mittlerweile fast vier Wochen andauerndem Vor-Vorspiel beschäftigt, heißt weggehen. Asif und Kathy, wie immer rotze voll, schon beim Haus verlassen. Also alternativer Plan, mit Al einfach ein paar kleine Tüten vordrehen und einen nächtlichen Spaziergang unternehmen. Wenn wir unterwegs über Chemie stolpern, um so besser. Unterwegs in einen Sturm, sehr eindrucksvoll, erstmal zu diesem obskuren Park auf dem Campus einer anderen Uni, im Osten. Einen Fuchs gesehen, dann arbeiten wir uns durch die schniekeren Bezirke südlich zum Fluss vor, auf der Fußgängerbrücke einen rauchen. Am Fluss entlang, ganz schön lang, Richtung Westen. Durch das Westend wieder zurück, vorbei an dem Hostel, in dem ich gepennt hab als ich das erste mal hier war, vor genau einem Jahr. Merkwürdig, wie die Zeit vergeht, ohne Erinnerungen zu hinterlassen.

Sonntag abends liege ich im Bett, völlig trippy, weiß nicht warum, habe eigentlich nur gekifft und ferngesehen, und drehe völlig ab. Erst malVerspulung, zu den obskursten Bildern und Metamorphosen, dann völliger Horror, hab ich aber bald wieder unter Kontrolle. Dumm nur, das geht mir nicht mehr aus dem Kopf: Ich habe über Mädels nachgedacht, in die ich mal verknallt war, und das verstörende ist, das ich mir keine mehr im ganzen vorstellen kann, vor allem nicht Johanna. Ist mir einfach unklar, wie so ein engelsgleiches Bild, das immer in meinem Kopf war, immer, seit ich 15 bin, so völlig unbemerkt verblassen kann. Ich weiß, das sie damals hübsch war, ihre Augen haben mich völlig fertig gemacht, eisig blau. Nein, sie hat mich völlig fertig gemacht, aber damals habe ich nie so verzweifelt wie heute. Ich wollte dieses Mädchen, weil ich sie mochte und sie wunderschön und freundlich war, und sie mochte mich auch glaube ich, hat es aber einfach nicht geschafft, das irgendwie auszuleben oder damit umzugehen, glaube ich. Wurde nichts. Die Löcher in meinem Hirn werden immer größer.

Was passiert mit all den Leuten, die wie ich die Welt in anderen Farben gesehen haben, und seitdem nicht mehr auf den “nüchtern”-Zustand klar kommen? Die von diesen beschissenen goldenen Apfel gekostet haben, und seitdem von dieser vermeintlichen Erkenntnis aufgefressen werden: Du bist nackt und alleine, ein verächtliches Wesen. Was soll auf lange Sicht mit denen geschehen? Es werden immer mehr, ich verstehe das. Da fällt mir was ein. Das habe ich, seit ich es zum ersten mal gehört habe vor acht Jahren, versucht es zu beherzigen:

“Der Sinn des Lebens ist, deinem Leben einen Sinn zu geben” ²

Es scheitert, noch, maßlos.

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¹ Audio88, Yassin und Hiob – Nichs

² Kool Savas – Der beste Tag meines Lebens (furchtbar ätzender Song, übrigens, aber diese Zeile ist irgendwie eines der wenigen Ideale die ichhabe.)

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