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business as usual

Ein majestätischer Anblick, wie eintausend Plastiktüten vom Wind aufgewirbelt werden, wie sie kurzzeitig eine Wolke bilden, hoch über den Köpfen der Polizisten, über der bereits geräumten Rasenfläche schwebt, und als der Wind stagniert bricht sie wieder zusammen. Ein majestäticher Augenblick, der das Ende des Tages irgendwie weniger bedrückend macht.

“Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten” singt Rio Reiser, und ich frage mich ernstlich, wer auf diesen Müll gekommen ist. Wie seit jeher irgendwelche Spinner das bevorstehen der Weltrevolution, das Ende des Kapitalismus vorhersagen, wenn er so gut wie immer im Sattel sitzt. Ach ja, der Spruch ist von Mao, no offence folks, aber ich kann nur sagen Arschloch.

Kränklich zuhause, da sitze ich und kritzele diese halb intellektuellen Entgleisungen in den Block. Brauche ein bisschen Ruhe, Zeit für mich. Ich glaube, ich muss gleichgültiger werden. Eine Plastiktüte.

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Untitled

Ich liebe den Frühling. Die warme Nachmittagssonne auf meiner Haut, Trentemöller in den Ohren und ein hübscher Arsch in kurzen Hosen vor mir. Als sich nach ein, zwei Minuten unser Wege wieder trennen, frage ich mich ernsthaft, ob ich nicht weiter hinterher soll, einfach weil ich sie gerne gehen sehe. “Creep”, denke ich über mich selbst. Aber was solls.

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Abschied

Der Bus zum Flughafen ist ziemlich voll, mein Kopf fühlt sich leer an: Wie der leicht getrübte Himmel, ein still stehendes Windkraftwerk in der nüchternen Klarheit des Morgens. Ich habe Brombeere gerade stehen lassen, an der Omnibushaltestelle Erdberg. Muss wieder zurück, das hilft alles nichts.

Die letzte Woche war viel zu wundervoll, als das ich überhaupt an schreiben gedacht hätte. Zu viel von dieser immer wieder erstaunlichen Nähe, dieser einzigen Umarmung. Erst jetzt, als ich nach zehn Tagen wieder auf dem Heimweg bin, gerade erst langsam zu realisieren, dass ich den mir liebsten Menschen erst in zwei Monaten wiedersehe; die Erkenntnis steigt wie tintenschwarzes Wasser langsam in mir auf, sie ist weder kalt noch warm, die Hand streckt sich aus, etwas krampfig, tastet, findet: Greift zum Stift.

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gutes E

Gestern hatte ich schlechte Laune. Dann hat mir Maggie £15 geliehen. Dann haben Rapier, Al und ich jeweils diesen Betrag in ein E investiert, und gedacht: “Das kann eigentlich nur Abzocke sein.”

Später kratze ich mit Rapier das restliche Kleingeld zusammen, es reicht für drei Flaschen Basics. Also vorglühen, Maggie, Asif und Kathy sind auch am Start. Dann Richtung Kushion, ist zu, Flat 0/1, ist guestlist only, aber ein Mädel in einem Papageienkostüm verteilt free passes fürs O’Cuture. Das ist alles was uns interessiert, ich bin eh pleite, abgesehen von dem kleinen rosa Brocken in meiner Tasche.

Also rein da, irgendwie Beachparty, Drink, Kippe, Drink (Danke, Maggie!), dann meinen rosa Diamanten¹ einbauen, in die Ledercouch chillen, warten. Rapier hat es schon gefickt, bei mir setzt es gerade langsam ein, als Al anruft, er kommt nicht rein. Also raus, auf die Fußgängerzone, zu den Lichtern. Feuerwerk! Und wir tanzen zu dem Straßenmusiker, er spielt “stir it up”, der absolute Hammer.

Dann zurück zum Wohnheim, draußen im Gras liegen, alleine, feinsten Goa im Kopfhöhrer und die ganze Schönheit dieser Nacht aufsaugen. Die Lichter ansehen mit den Augen eines Verliebten. Durch die Grashalme streichen, als währe es deine Haut. Viel zu verschnitzelt um alleine zu sein.

Dann kommen die Anderen vorbei, die waren noch Gras und mehr Pillen holen, wir gehen zu Al. Eine für Maggie und Asif, eine zerbröseln, ich streiche fünf Lines auf. Huuiii…

Nachlegen ist immer gut. Mit den netten Leuten hier vergeht die Zeit wie im Flug, um fünf ist der göttliche Glanz in den Dingen wieder verschwunden, aber immer noch fetzen gut drauf. Wir rauchen das Gras, um sieben gehe ich ins Bett. Nach ein paar Stunden drifte ich von einem Dämmerzustand schlussendlich zu echtem Schlaf über.

Nachmittags wache ich auf, immer noch irgendwie buzzing, kleiner Restespliff, dann raus in die Sonne. Kein Comedown bis jetzt.

War keine Abzocke.

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¹ http://www.pillreports.com/index.php?page=display_pill&id=25419

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camping

Die kahlen, moosigen Bäume heben sich nur leicht vom dunkelblaugrauen Himmel ab. Ich liege auf feuchten Eichenblättern, Joint und eine Flasche Bell’s in den Händen, und höre nichts als die Vögel und das Rauschen von der Autobahn. Churchill versucht das Feuer wieder anzubekommen. Fühlt sich an wie Sommer, nur kälter und nässer. Aber Freunde, Gras, viel viel Alkohol und Zelte. Wundervoll. Doch irgendwie merkwürdig, hier im Wald zu sitzen, völlig knülle, während die ganze Welt in Rauch aufgeht.

Al, Rapier, Maggie, Churchill und ich haben Samstag so gegen sechs beschlossen, campen zu fahren. Also Weed aufstellen, schwierig. Alle regulären Dealer weg, also dodgy car-park deal. Der Typ ist völlig breit, vergisst uns erst, und bringt dann zu wenig mit. Deshalb verpassen wir den Zug, müssen den nächsten nehmen. Dann in dem Pisskaff ankommen, aus dem Al kommt, Alkohol kaufen, in den Wald, Zelte aufbauen, Joint bauen, Vernichtung.

Ab dann sind es nur noch Fetzen: Rapier macht wie immer real-life Werbung für Produkte, die ihn begeistern. What a guy. Ich gebe bekannt, das ich mich mit Birnen auskenne. Al schlägt eine Orgie vor, bei der wir alle vögeln, während Maggie in der Ecke wichst. Ich denke ich bin der einzige, der damit was anfangen kann. Alle zehn Minuten geht das Feuer aus. Und wir sitzen draußen, saufen und peizen, Bis der Morgen graut, in diesem kalten, ernüchternden dunkelblaugrau. Ich umarme einen Baum.

Und Brombeere hat heute Nacht mit einem alten Freund von uns beiden rumgemacht. Good times for her. Und ich? Ich rieche nach Lagerfeuer, bin saudreckig und sitze im Zug mit meinen lauten, betrunkenen Freunden und einem Bier. Alle kucken. Wie zuhause.

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Frühling

Der Boden ist noch kalt, aber ich liege in der Wiese, im Green, die Sonne im Gesicht, stocknüchtern. Der Fluss rauchst vorbei nach tagelangem Regen und Schnee, Richtung Atlantik. Sauglücklich. Sollte am Wochenende ans Meer fahren, oder ans Wasser.

Ich stehe auf Mädels. Das ist mir irgendwann zwischen Sonntag und jetzt gerade klar geworden. Die werden immer erste Wahl sein. Ich stehe zu sehr auf Titten, auf Nippel, auf Ärsche ohne Haare. Den Typen zu küssen war spaßig, getting off und so, aber es hinterließ keine bleibende Erinnerung. Hat mir nicht mal ansatzweise so den Kopf verrissen, wie das Mädels für gewöhnlich tun. Ich denke immer noch an die Lächlerin. Aber hier in der Sonne, “right here, right now“¹ im Kopfhörer, hätte ich am liebsten dich.

Es wird langsam kühl. Mal sehen, ob ich irgendwo draußen ein Bier bekommen kann.

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¹ Fatboy Slim – Right Here, Right Now

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out

Gut geschlafen, noch im Bett chillen, wichsen. Dann aufstehen, Mucke an, Zähne putzen, Kippe. Vorfreude. Heute gehe ich mit Big Gay Al (so nennt sich der Gute selber) auf eine gay/lesbian/straight/whatsoever-Party. Mein Lieblings DJ Jack Swift legt auf, klingt nach großem großem Spaß.

Nudeln kochen und  vorglühen, bei Al. Dann starten wir um halb zwölf los ins Sleazys. Schaut gut aus, kleine Schlange, hat es sonst nie. Schöne Menschen und gute Musik übrall. Al kauft mir einen White Russian. An der Bar treffe ich wieder die, auf deren Treppe ich meine Nase gebrochen habe. “Hey!”, “Hey!”, ”How’s it going?”, ”Allright, you?” Dann tanzen. Feinst. Tanzen. Lächeln. Tanzen. Lächeln. Jemand lächelt zurück. Weitertanzen. Antanzen. Weiterlächeln. Schöne Crowd, viele Lesben im Studentenalter, auch ein paar schwule Grüppchen, und dann ein ganzer Haufen von Bis und Bi-Kuriosen und genug Heteros. Rauchen, mit Al, noch einen White Russian. Al will alleine gelassen werden, seiner Meinung sehen wir zu sehr nach einem  Pärchen aus. whatever. Und sie lächelt immer noch, und tanzt wie der Teufel, also ein bisschen mehr, näher, anfassen. Scheint ihr zu passen, bald hab ich sie aber wieder in der Menge verloren. Weitertanzen. Weiterlächeln. Ein anderes Mädel antanzen, die rastet voll aus. Unglaublich anzusehen, zu spüren, wie sie ihren Körper gegen meinen drückt, verschwindet dann aber wieder, sehe sie später mit einem anderen Mädel rummachen. Geil. SMS von Al, hat jemand aufgerissen, ist auf dem weg zu ihm. Schön. Weitertanzen. Weiterlächeln. Nach den zwei heißen Mädels Ausschau halten.

Die bevorzugen offenbar andere, aber die zwei Jungs neben mir scheinen Spaß zu haben. Also Tanzen. Blickkontakt. Weiterlächeln. Antanzen. Erst küsse ich den hübscheren, dann den anderen. Der küsst besser, aber beide nicht wirklich der Knaller. Tanze aber weiter mit ihm und wir küssen uns wieder. Trotzdem wundervoll, obwohl er mir zuviel von seiner Zunge in den Hals stopft. So verbringen wir die letzte Stunde, er grapscht mir immer wieder an den Schwanz, aber ich mache ihm klar, dass das grade nicht mein Interesse ist. Passt. Fragt nach meinem Namen, er heißt Lee. Weitertanzen. Weiterküssen. Weiterlächeln. Dann hole ich meine Jacke, drehe eine Kippe und gehe. Mein Kopf ist bei Brombeere.

Zuhause treffe ich Rapier, wir chillen noch ein bisschen, rauchen eine dicke Tüte und dann ins Bett, draußen ist es hell, ich denke immer noch an dich.

Alles in allem: good times, mehr promiskuitive Clubnächte bitte, in denen “sexuelle Orientierung” nichts ist als eine leere Phrase ist, nichts weiter als eine Präferenz, eine alte Gewohnheit, die man in dieser Umgebung schnell mal vergisst. Freue mich schon aufs nächste Mal.

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